Brüssel. Die EU ist mit einem Rekordhoch an Handelsbarrieren und damit verbundenen Kosten in Milliardenhöhen konfrontiert. Das geht aus einem aktuellen Bericht der EU-Kommission hervor. Handelskommissarin Cecilia Malmström bedauerte, dass es derzeit einen "Trend zum Protektionismus" gebe und nannte dabei vor allem China und die USA.

Laut Bericht wurden 2018 außerhalb der EU 45 neue Handels- und Investitionshemmnisse geschaffen. Damit beläuft sich die Gesamtzahl nun auf das Rekordniveau von 425 derartigen Maßnahmen in 59 Staaten. Das koste die Europäische Union jedes Jahr Milliarden von Euro.

Kurzfristig kein Ende absehbar

Malmström sagte bei der Präsentation des Berichts in Brüssel, dass EU-Exporte etwa von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium betroffen seien. Auch Einschränkungen seitens China und Russland hätten starke Auswirkungen auf die EU-28, hier seien 37 bzw. 34 "problematische Maßnahmen" zu verzeichnen.

Die protektionistische Haltung von Großmächten sei sehr besorgniserregend, meinte Malmström. Leider sei hier kurzfristig auch kein Ende absehbar.

Die EU-Kommissarin betonte gleichzeitig, dass es der aktuellen Kommission seit ihrem Amtsantritt Ende 2014 gelungen sei, 123 Barrieren, welche die Exportchancen der Mitgliedsländer geschmälert hätten, zu beseitigen. Das habe allein im Vorjahr zusätzliche Ausfuhren im Wert von 6 Milliarden Euro ermöglicht. Als Beispiele für im Laufe von 2018 eliminierte Handelsbarrieren führt der Bericht u.a. chinesische Einfuhrbeschränkungen für Rinder- und Schafserzeugnisse, Zölle auf elektronische Waren in Indien und Beschränkungen in Zusammenhang mit Wein- und Spirituosenwaren in Japan an. (apa)