Frankfurt. Vorstandschef Christian Sewing will seine Zuversicht für den Umbau der Deutschen Bank mit Aktienkäufen untermauern. Sewing wolle ein Viertel seines Grundgehaltes in Aktien der Bank investieren, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Sewing und Finanzvorstand James von Moltke versuchen seit Dienstag, Investoren in Gesprächen von der neuen Strategie zu überzeugen. Deutschlands größtes Geldhaus hatte am Sonntag im Zuge der Neuausrichtung den Abbau von weltweit 18.000 Arbeitsplätzen verkündet. Vor allem im Investmentbanking soll massiv gekürzt werden. An der Börse herrscht allerdings weiter Skepsis vor, ob Sewing die Pläne umsetzen kann. Deutsche-Bank-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und fielen um bis zu vier Prozent. Seit Bekanntgabe des Umbaus bei der Deutschen Bank ist der Kurs um rund zehn Prozent gefallen.

Laut Geschäftsbericht bekam der Vorstandschef 2018 ein Grundgehalt von 3,4 Millionen Euro. Gemessen daran müsste Sewing Deutsche-Bank-Papiere für 850.000 Euro kaufen. Wie aus dem Geschäftsbericht weiter hervorgeht, hielt er im Februar bereits 73.000 Aktien, die noch knapp eine halbe Million Euro wert sind.

Unbekannt, wo wie viele Jobs gestrichen werden

Der Betriebsrat der Deutschen Bank erwartet indes bald Klarheit über die Größenordnung des zusätzlichen Stellenabbaus im Heimatmarkt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Stellenabbau ohne Kündigungen und sozialverträglich hinbekommen werden", sagte Konzernbetriebsratschef Frank Schulze.

Bis 2022 will der Konzern seine Belegschaft auf etwa 74.000 Vollzeitkräfte verringern. Ende März 2019 hatte die Bank weltweit knapp 91.500 Vollzeitbeschäftigte, davon gut 41.500 in Deutschland.

Wie stark einzelne Länder und Standorte von dem Abbau betroffen sein werden, offenbarte der Vorstand bisher nicht. In Asien, aber auch in London und New York wurden bereits am Montag die ersten Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. "Wir Arbeitnehmervertreter sind uns im Klaren darüber, dass es ohne harte Einschnitte nicht gehen wird", sagte Schulze. Für den deutschen Heimatmarkt war erst kürzlich ein weiterer Abbau von 2000 Stellen im Privatkundengeschäft vereinbart worden.