Luxemburg. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilt heute, Mittwoch (9.30 Uhr), in Luxemburg über die Pflicht zur telefonischen Erreichbarkeit von Online-Händlern. Das Urteil der obersten Richter wird Auswirkungen für ganz Europa haben.

Hintergrund ist eine Klage aus Deutschland. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte gegen den US-Riesen Amazon geklagt, weil der Internet-Händler nicht ausreichend über die Erreichbarkeiten per Telefon informiert habe. Eine Fax-Nummer werde gar nicht angegeben (Rechtssache C 649/17).

In den Vorinstanzen waren die Verbraucherschützer mit ihrem Anliegen gescheitert. Ein wichtiger Gutachter am EuGH hatte argumentiert, eine Online-Plattform wie Amazon könne nicht verpflichtet werden, dem Verbraucher eine Telefonnummer zur Verfügung zu stellen. Allerdings müssten eine schnelle Kontaktaufnahme und eine effiziente Kommunikation garantiert werden. Die Infos darüber müssten klar und deutlich mitgeteilt werden.

"Im deutschen Verbraucherrecht ist die Angabe einer Telefonnummer bisher – jedenfalls nach dem Wortlaut der entsprechenden Vorschrift – Pflicht", sagte Heiko Dünkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband. "Im Ausgangsfall hatte der Versandhändler Amazon seinen Kunden zwar einen Rückrufservice und einen Chat angeboten. Eine direkte Anrufmöglichkeit war allerdings nicht auf den ersten Blick zu finden. Verbraucher mussten sich vielmehr mühsam bis zu einer Rufnummer durchklicken."(apa/dpa)