Wien/Sandton/Amsterdam. Der südafrikanisch-niederländische Handelskonzern Steinhoff stöhnt weiter unter den Folgen seines milliardenschweren Bilanzskandals. Im ersten Halbjahr 2019 fuhr der Konzern mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro operativ ein Defizit von 356 Millionen Euro ein. Der Nettoverlust war mit 617 Millionen Euro annähernd auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2018 (638 Millionen Euro).

Heuer schlugen deutlich höhere Finanzierungskosten zu Buche. Aus dem fortgeführten Geschäft schrieb der Konzern einen operativen Gewinn von 212 Millionen Euro.

Verkauf an Signa

Mitte 2018 hatte Steinhoff in einer Notaktion die österreichische Kika-Leiner-Möbelgruppe an die Signa des Tiroler Immobilienunternehmers Rene Benko verkauft. Mit dem Kaufpreis von 490 Millionen Euro für die Immobilien und einem Sanierungsbeitrag von über 100 Millionen Euro summierte sich der Deal wie berichtet auf rund 600 Millionen Euro.

Im vorliegenden Halbjahresbericht bekräftigt Steinhoff, dass die Weigerung der Kreditversicherer, Warenlieferungen an Kika/Leiner nicht mehr abzusichern und neuer Finanzbedarf für die defizitären österreichischen Firmen den Ausschlag für den Verkauf gegeben habe. Die deutsche Billig-Möbelkette Poco ging komplett an die Eigentümer von XXXLutz.

Skandal und Rufschaden

Die Schulden von Steinhoff wurden zum Halbjahr weiter mit mehr als 9 Milliarden Euro angegeben.

Im Juni hatte Steinhoff laut Reuters gewarnt, dass nicht zuletzt der Rufschaden durch den Skandal das Geschäft weiter belaste. Vor einer Woche hatte Finanzchef Philip Dieperink seinen Rücktritt angekündigt.(apa)