Wien. (apa/kle) Die 500 Großkonzerne mit den weltweit höchsten Forschungs- und Entwicklungsausgaben haben laut einer Studie der Beratungsfirma EY ihre Innovationsausgaben im Jahr 2018 um rund 10 Prozent erhöht. Der US-Onlindehändler Amazon steigerte seine F&E-Ausgaben um 27 Prozent auf umgerechnet 24,4 Milliarden Euro und erreichte damit erneut Platz eins. Auf österreichischer Seite schafften es nur der Stahltechnologie-Konzern Voestalpine (Platz 419) und der Anlagenbauer Andritz (Platz 478) ins Ranking der Top-500.

Auf Rang zwei lag unverändert die Google-Mutter Alphabet mit F&E-Ausgaben von 18,2 Milliarden Euro - vor dem südkoreanischen Elektronik-Riesen Samsung (14,4 Milliarden Euro) und Microsoft (12,5 Milliarden Euro). Am stärksten - um 23 Prozent - steigerten chinesische Konzerne ihre Ausgaben, wie es in der Studie heißt. In Summe investierten die Top-500-Unternehmen im vergangenen Jahr 606 (2017: 552) Milliarden Euro in F&E.

EY-Experte: Europa wird von den USA abgehängt

Neben IT-Konzernen schafften es vor allem Pharmafirmen ins Top-10-Ranking: Roche, Johnson & Johnson und AbbVie erreichten die Plätze acht bis zehn. Als einziger Industriekonzern kam der deutsche Autobauer VW mit Rang fünf in die Top-10 und war mit 12,1 Milliarden Euro auch der größte F&E-Investor in Europa.

"Die Digitalisierung hat einen Investitionsboom ausgelöst, der stetig an Dynamik gewinnt", kommentiert Gunther Reimoser von EY Österreich die aktuellen Zahlen. Es sei "in vielen Branchen ein Wettlauf um Innovationen und technologische Führerschaft entbrannt".

In diesem Zusammenhang verweist Reimoser darauf, dass Europa bei Forschung und Entwicklung von den USA abgehängt werde. Die F&E-Ausgaben der fünf größten Investoren mit Sitz in den USA lagen insgesamt bei knapp 82 Milliarden Euro, die fünf größten europäischen Konzerne gaben hingegen nur 43 Milliarden Euro aus. "Europa hat derzeit Probleme, den Anschluss zu halten", so das Fazit des EY-Beraters.