Energiepreis in zwölf Jahren um die Hälfte gestiegen

Der Strompreis in Deutschland hat im Juli ein neues Allzeithoch erreicht. Wie das Vergleichsportal Check24 am Mittwoch erklärte, kosteten 5.000 Kilowattstunden im Schnitt 1.473 Euro. Im Jahr 2007 hätte die gleiche Menge Strom noch 981 Euro gekostet. Damit sei der Energiepreis in den vergangenen zwölf Jahren um die Hälfte gestiegen - zumindest nominell.

"Der Strompreis jagt von einem Rekord zum nächsten", erklärte Check24-Energieexperte Lasse Schmid. Während der Strompreis um 50 Prozent stieg, haben die allgemeinen Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum nur um 18 Prozent zugelegt.

Die Energiewende macht sich jedoch über die EEG-Umlage beim Strompreis für Endkunden deutlich bemerkbar. Und die Mehrwert- und Stromsteuer machen derzeit fast ein Viertel des Strompreises aus.

Jüngst schlugen deshalb die Wirtschaftsweisen in ihrem Sondergutachten zur Klimapolitik für die deutsche Regierung vor, im Zuge einer CO2-Bepreisung könne die Stromsteuer gesenkt werden, um die Belastungen für die Bürger durch eine Verteuerung fossiler Energieträger abzufedern und die Einnahmen an die Verbraucher zurückzugeben.

Was ein Haushalt tatsächlich bezahlen muss, hängt aber schon jetzt stark vom Wohnort ab. Schuld daran sind laut Verivox die Netzentgelte, die Anbieter für die Durchleitung der Energie an die Netzbetreiber bezahlen müssen.

Die teuerste Stadt Deutschlands bei Energie ist laut Verivox Bamberg. Hier zahle die Musterfamilie durchschnittlich 2.789 Euro für Strom und Gas. Das seien 372 Euro mehr als im Rest der Republik und 679 Euro mehr als in der günstigsten Stadt Lingen. Dort zahle die Musterfamilie nur 2.110 Euro für die gleiche Menge Strom und Gas. (wak/apa/dpa)