München. (red) BMW hat sich für die Zukunft ehrgeizige Ziele gesteckt. Da sind nicht nur die personellen Änderungen an der Konzernspitze - der Autobauer hat auch umfassende Pläne im Hinblick auf umweltschonende Elektroautos. So will BMW bereits im Jahr 2023 und damit zwei Jahre früher als bisher geplant 25 elektrifizierte Fahrzeuge anbieten. Gleichzeitig soll der Absatz der mit Strom betriebenen Autos jedes Jahr um mindestens 30 Prozent gesteigert werden.

Derzeit können BMW-Kunden zwischen neun Elektro-Modellen wählen - bei den meisten handelt es sich jedoch um Hybridautos. Laut bisherigen Planungen sollen im Jahr 2021 bereits 15 Elektroautos der Marken BMW und Mini verfügbar sein, darunter fünf vollelektrische. Spätestens 2025 will man bei BMW damit die gleichen Renditen erzielen wie mit den Benzinern.

Zeitgleich versucht BMW, ein umfangreiches Sparprogramm umzusetzen. In diesem Zusammenhang herrscht Unklarheit über einen möglichen Einstellungsstopp. Laut "Handelsblatt" hat das Management erstmals seit zehn Jahren einen derartigen Stopp verhängt. Um einen direkten Stellenabbau zu vermeiden, wolle BMW frei werdende Arbeitsplätze nach Möglichkeit nicht neu besetzen, so die Zeitung. Das wurde vom Unternehmen zunächst dementiert. Tatsache ist aber, dass BMW in den nächsten vier Jahren zwölf Milliarden Euro einsparen will, um Kapital für Investitionen zu haben.

Belegschaft wird nicht wachsen

Von BMW wurde dann doch bestätigt, dass die Belegschaft in den nächsten Jahren unter dem Strich nicht wachsen werde. Wenn an neuen Standorten, wie dem Forschungs- und Entwicklungszentrum, Personal eingestellt werde, würden woanders im Unternehmen Arbeitsplätze über Fluktuation wegfallen, hieß es.

Die gesamte Autoindustrie ist auf Sparkurs, weil Handelsstreit und Konjunkturabschwung belasten, während viele Milliarden in die neue Technologie fließen.

Am Donnerstag herrschte nach dem Rücktritt von BMW-Chef Harald Krüger große Spannung, wen der Aufsichtsrat als Nachfolger benennen wird. Zu Redaktionsschluss war noch keine Entscheidung bekannt. Als Favoriten galten Produktionsvorstand Oliver Zipse und Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.

Die Schlüsselrolle bei der Wahl des neuen Vorstandschefs hatten Aufsichtsratschef Norbert Reithofer, Betriebsratschef Manfred Schoch und natürlich die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt, denen die Hälfte der BMW-Aktien gehört.

Die Maschinenbau-Ingenieure Fröhlich und Zipse sind bereits seit 1987 beziehungsweise seit 1991 bei BMW und rückten 2015 in den Vorstand auf. Fröhlich hat als Entwicklungschef die Zukunftstechnologien vorangetrieben und Partnerschaften mit dem US-Chipkonzern Intel und mit dem Stuttgarter Konkurrenten Daimler geschlossen, um selbstfahrende Autos auf die Straße zu bringen, ohne die Kosten ins Uferlose wachsen zu lassen. Der selbstbewusste Westfale beherrscht die Kunst des öffentlichen Auftritts und scheut auch Konflikte nicht.

Unter Krüger hat sich BMW jedenfalls eine saubere Weste im Dieselskandal bewahrt und wichtige Partnerschaften bei Mobilitätsdiensten und beim autonomen Fahren geschlossen.