Wien. Wien - Salzburg ist für die Bahn die Premiumstrecke. Sie ist hochgradig ausgebaut, nirgendwo kann man sonst in Österreich auf der Schiene so schnell so weit gelangen. In weniger als zweieinhalb Stunden ist man von der Haupt- in der Mozartstadt. Das ist für die Passagiere attraktiv – und für private Investoren.

Vor etwa acht Jahren haben Hans-Peter Haselsteiner und Erhard Grossnigg das Unternehmen Westbahn gegründet, gleichlautend mit der befahrenen Strecke. Auch wenn das Angebot von den Fahrgästen durchaus angenommen wird, schreibt die Westbahn seit Jahren Verluste. So sind bisher mehr als 80 Millionen Euro zusammengekommen. Darauf reagiert das Unternehmen nun, in dem es die Taktung verändert. Der erst vor zwei Jahren eingeführte Halbstunden-Takt wird wieder zurückgenommen. Der neue Fahrplan gilt ab Dezember. Die günstigen Tarife der Westbahn wurden von den ÖBB konkurrenziert.

"Wir haben schwere Verluste angehäuft, und es gibt keine Perspektive, dass sich die Politik ändert. Der Monopolist wird nach wie vor gestützt durch Hunderte Millionen Steuergeld. Wir hoffen, dass es dennoch möglich ist, auch zu diesen ruinösen Konditionen den Wettbewerb aufrecht zu erhalten", sagte Hans-Peter Haselsteiner dem Ö1-"Mittagsjournal".

Neue Agenturen sollen effizienter sein

Erreicht werden soll das unter anderem mit neuen Zügen. 15 doppelstöckige Garnituren hat die Westbahn in der Schweiz bei Hersteller Stadler geordert, die nun im Betrieb befindlichen 17 Züge wurden an die Deutsche Bahn verkauft. Die neuen Garnituren sollen im Betrieb und in der Wartung effizienter zu nutzen sein. "Wir werden zwar nichts gewinnen und die Verluste der Vergangenheit nicht aufholen, aber wir sind zuversichtlich, dass wir die Kosten decken können", so Haselsteiner zu Ö1. "Ich habe keinen Geldscheißer im Keller", sagte der Unternehmer und Investor. Für die Neuanschaffung nütze man das niedrige Zinsumfeld, erklärte Haselsteiner.

Westbahn-Chef Erich Forster warf gemeinsam mit Haselsteiner den ÖBB vor, mit nicht marktkonformen, sprich zu niedrigen Preisen, sowie der Erschwerung von Rahmenbedingungen für die Westbahn ihre Monopolstellung wieder erreichen zu wollen. Mittelfristig, also wenn der Austausch der Garnituren vollständig abgeschlossen ist, soll der Halbstunden-Takt aber wieder in den Fahrplan der Westbahn aufgenommen werden. Doch auch im kommenden Jahr kann es in Spitzenzeiten noch zu Verdichtungen kommen, wie Forster erklärt.