Peking/Washington. China hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) offiziell Beschwerde gegen die USA wegen des Zollstreits eingereicht. China sei "höchst unzufrieden" mit den jüngst in Kraft getretenen neuen US-Strafzöllen auf chinesische Importe und lehne diese entschieden ab, erklärte das chinesische Handelsministerium am Montag.

Gemäß den Regeln der WTO werde das Land daher entschlossen seine "Rechte und legitimen Interessen schützen".

Erst am Sonntag waren in dem seit eineinhalb Jahren anhaltenden Handelsstreit der beiden Wirtschaftsmächte neue Abgaben auf chinesische Importe in die USA in Kraft getreten. 

Die USA erheben erstmals zusätzliche Importgebühren auf in China hergestellte Konsumgüter wie Fernseher, Bücher, Windeln und Turnschuhe. Die Zölle dürften daher nach Ansicht von Experten mittelfristig zu Preiserhöhungen für US-Verbraucher führen. Die neuen Sonderabgaben in Höhe von 15 Prozent betreffen Waren im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar (90,82 Milliarden Euro).

Als unmittelbare Reaktion verhängte China von Sonntag an Gegenzölle in Höhe von fünf und zehn Prozent auf Importe aus den USA. Zehn Prozent werden zusätzlich auf Importe von Fleisch, Gemüse wie Mais und Kartoffeln, Obst, Kleidung und Lederwaren erhoben. Fünf Prozent entfallen auf Sojabohnen, Milchprodukte, Pilze und Chemikalien. (apa,afp)