Frankfurt am Main. Der Protest gegen die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt dauert an. Nachdem bereits am Samstag vor den Toren der Messe Tausende für eine rasche Verkehrswende und mehr Klimaschutz demonstrierten, blockierten  mehrere hundert Demonstranten am Sonntag zwei Eingänge zur Automesse. An beiden Orten sei Besuchern der Zugang zur Messe versperrt, erklärte das Klima-Bündnis "Sand im Getriebe". Ein IAA-Sprecher bestätigte die Störungen. "Es ist alles friedlich, die Besucherströme werden umgeleitet", sagte er.

Am Samstag hatten nach Polizeiangaben 15.000 Menschen bei einer Kundgebung vor dem Messegelände eine rasche Verkehrswende und mehr Klimaschutz gefordert. Die Veranstalter bezifferten die Teilnehmerzahlen auf 25.000, darunter seien allein 18.000 Radfahrer gewesen, die sich an einer großangelegten Sternfahrt beteiligten. Dafür wurden vorübergehend auch Abschnitte der Autobahnen A 661 und A 648 gesperrt.

Die IAA 2019 hatte am Samstag ihre Tore für die breite Öffentlichkeit geöffnet, die Messe dauert noch bis 22. September. Trotz erheblicher Verkehrsbehinderungen infolge der Kundgebung und der Fahrrad-Sternfahrt zeigte sich der scheidende Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, zufrieden mit dem ersten Publikumstag, der "die hohe Attraktivität der IAA unter Beweis gestellt" habe. Rund 60.000 Besucher seien gekommen. Schon am Donnerstag, am Rande des traditionellen Rundgangs der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), hatte es in der Halle Proteste gegeben.

Den Wandel selbst in die Hand nehmen

Das Bündnis "Sand im Getriebe" kritisierte, die IAA trage "nichts zu den drängenden Fragen der zukünftigen Mobilität bei". Angesichts des Klimawandels seien schnelle und drastische Entscheidungen nötig. "Mit unserer Blockade werden wir zeigen, dass wir uns nicht länger mit leeren Versprechungen hinhalten lassen, sondern den Wandel lieber selbst in die Hand nehmen", erklärte die Organisatoren.

Schon am Samstag hatten die Demonstranten der Auto-Industrie vorgeworfen, zu lange auf klimaschädliche Verbrennungsmotoren und große Stadt-Geländewagen gesetzt zu haben, um Umsatz zu machen. Die Kritik richtete sich auch an die Politik. Gefordert wurde Vorrang für den Fuß- und Radverkehr, ein starker Ausbau von Bus und Bahn sowie ein klimaneutraler Verkehr bis 2035. Am 20. September will das Klimakabinett der Bundesregierung sein Maßnahmenpaket vorlegen. (apa/dpa)