Singapur ist in puncto Wettbewerbsfähigkeit weltweit die Nummer 1. Das World Economic Forum (WEF) reiht den Stadtstaat im aktuellen Ranking an erster Stelle, gefolgt von den USA und Hongkong. Die Niederlande nehmen als wettbewerbsfähigstes europäisches Land den vierten Platz ein, vor der Schweiz.

Hinter Japan folgen dann mit Deutschland, Schweden, Großbritannien, Dänemark und Finnland weitere europäische Länder.  Österreich verbesserte sich von Rang 22 auf Rand 21. Nur 2 Zehntelpunkte hätten für einen Platz unter den Top-20 gereicht.

"Ich würde die Veränderung nicht überbetonen", sagt dazu Wifo-Experte Michael Peneder, auch weil viele Länder knapp beieinander liegen. "Österreich rutscht nicht ab, verbessert sich aber auch nicht", so Peneders Einschätzung. Dabei sollte das Ziel Top-20, vielleicht Top-15 sein. Top-10 sei kurzfristig nicht realistisch, da viele der über 100 Indikatoren struktureller Natur seien und sich nicht rasch ändern lassen.

Hohe Belastung des Faktors Arbeit

"Der Platz ist nicht gut, wenn man Österreich mit anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder die Schweiz vergleicht", sagt Peneder. Drei Bereiche könne man auf Basis der Untersuchung als vorrangig erkennen, wenn Österreich in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit aufholen will. Das beginne bei dem "ewigen Thema" der Belastung des Faktors Arbeit, die verringert werden müsse.

Die künftige Regierung hat in dieser Hinsicht einiges zu tun. "Österreich liegt bei der Besteuerung von Arbeit auf dem Platz 128 von 141 Vergleichsländern. Um auf den europäischen Durchschnitt zu kommen, müsste der Faktor Arbeit um rund neun Milliarden Euro entlastet werden. Das ist deutlich mehr, als die vorherige Regierung geplant hatte", sagt Lukas Sustala, Ökonom der Agenda Austria.

Damit eine Steuerreform aber auch eine echte und nachhaltige sei, müsse im gleichen Zug die kalte Progression, abgeschafft werden, wie das viele Länder wie Schweden oder die Schweiz bereits gemacht hätten, die im Ranking auch vor Österreich liegen. Damit im Gegenzug keine neuen Steuern eingeführt werden, müssten die Ausgaben im Pensionssystem stabilisiert werden, so Sustala.

Gründen dauert zu lange

Neben der Arbeitsbelastung drückt laut Agenda Austria die Bürokratie auf den Standort (Burden of Regulation Platz 56). "Das Gründen ist hierzulande teuer und dauert mit im Schnitt 21 Tagen sehr lange (Rang 105). In Estland ist das digitale Gründen binnen weniger Minuten möglich", so Ökonom Dénes Kucsera. Erschwerend komme die Ausstattung mit Risikokapital (Rang 38) und die schwache Börsenkapitalisierung (Rang 61) hinzu.