Der deutsche Modekonzern Hugo Boss hat im dritten Quartal mit 80 Millionen Euro weniger Gewinn erzielt als erwartet und senkt seine Prognosen für das Gesamtjahr. Insbesondere in Nordamerika habe sich das Marktumfeld im Verlauf des dritten Quartals weiter eingetrübt und so die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns belastet, erklärte das Unternehmen. Zusätzlich werde das Geschäft in Hongkong seit Beginn der politischen Unruhen und Demonstrationen erheblich beeinträchtigt", hieß es.

Im Gesamtjahr 2019 erwartet das Unternehmen einen Ebit-Rückgang auf 330 bis 340 von zuvor 347 Millionen Euro. Bisher hatte Hugo Boss sich einen währungsbereinigten Gewinnanstieg mindestens "im niedrigen einstelligen Prozentbereich" vorgenommen. CEO Mark Langer sagte, Boss halte am mittelfristigen Ziel einer Ebit-Marge von 15 Prozent fest.

"Hugo Boss scheint die Luft auszugehen

An der Börse brachen die Hugo-Boss-Aktien um über 13 Prozent ein.   "Hugo Boss scheint die Luft auszugehen", erklärten Analysten von Hauck & Aufhäuser. Zwar könne die Entwicklung in Hongkong angesichts der dortigen politischen Unruhen einmaligen Charakter haben, doch sei die Schwäche in den USA und Europa eine Überraschung. Denn am Donnerstag hatte der französische Boss-Konkurrent LVMH noch für Aufatmen unter den Investoren gesorgt. Der Konzern, zu dessen Reich unter anderem die Marke Dior gehört, hatte den Umsatz trotz der Proteste in Hongkong um 17 Prozent gesteigert. Die Metropole gilt als Magnet für Touristen aus ganz Asien, die dort ihr Geld lassen. Angesichts der seit Monaten andauernden Proteste haben einige Konzerne jedoch ihre Filialen in der ehemaligen britischen Kronkonolie geschlossen. Die Zahlen von Boss seien angesichts der Entwicklung bei LVMH ernüchternd, kritisierte ein Händler. (apa/Reuters)