Aschheim/München. Ein kritischer Zeitungsbericht löst Börsianern zufolge einen erneuten Ausverkauf bei Wirecard aus. Die Aktien des Online-Zahlungsabwicklers fielen am Dienstag um bis zu 23 Prozent auf ein Sechs-Monats-Tief von 107,80 Euro. Das ist der zweitgrößte Kurssturz des Jahres.

Händler verwiesen auf einen Bericht in der Online-Ausgabe der "Financial Times", dem zufolge das Unternehmen Umsatz und Gewinn bei seinen Auslandstöchtern in Dubai und Irland aufgebläht und womöglich die eigenen Wirtschaftsprüfer hinters Licht geführt hat.

Wirecard wies die Vorwürfe der "Financial Times" über angebliche Bilanzfälschung zurück. Der Artikel in der Zeitung sei "eine Zusammenstellung einer Reihe von falschen und irreführenden Behauptungen", die vom Autor der Geschichte in anderen Artikeln zuvor aufgestellt und die bereits vollständig widerlegt worden seien, erklärte der Konzern am Dienstag.

Die "FT" hat das Dax-Unternehmen bereits mehrfach krimineller Machenschaften bezichtigt und dadurch Kursstürze ausgelöst.

Wirecard ist ein Zahlungsdienstleister mit Sitz in Aschheim bei München. Das 1999 gegründete Unternehmen bietet Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, das Risikomanagement sowie die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an.

Wirecard beschäftigte zuletzt mehr als 5150 Mitarbeiter, 2018 setzte die deutsche Firma nach eigenen Angaben gut zwei Milliarden Euro um. (reuters/kle)