Rom/Frankfurt. Heute, Dienstagabend, läuft die Frist für die Abgabe eines verbindlichen Kaufangebots für die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia ab. Erwartet wird, dass die italienischen Staatsbahnen (FS) an der Spitze eines Konsortiums mit der Holding Atlantia und der US-Airline Delta ein verbindliches Angebot einreichen. Unklar ist jedoch, wie viel Delta in die neue Alitalia investieren will.

Das Management der Staatsbahnen traf am Montagnachmittag Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister. Dieser bekräftigte das Interesse der AUA-Mutter an einer "kommerziellen Partnerschaft" mit der Alitalia. Er schloss nicht aus, dass Lufthansa in Zukunft bei der Airline einsteigen könnte, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero".

Entscheidend für die Zukunft der Airline sind die Aufsichtsratssitzungen der Staatsbahnen und Atlantias. Erwartet wird, dass beide Unternehmen in einem Schreiben an die Regierung die Gründung eines Konsortiums bekanntgeben, das binnen einiger Wochen ein verbindliches Offert für Alitalia einreichen soll. Dies dürfe nicht länger als einen Monat dauern. Laut Medienangaben wird nicht ausgeschlossen, dass die Verkaufsfrist weiterhin verlängert wird, wie es bereits sechsmal in den vergangenen Monaten geschehen ist.

Alitalia ist mit Liquiditätsproblemen konfrontiert. Die Liquidität in der Alitalia-Kasse ist im September um 51 Millionen auf 310 Millionen Euro gegenüber dem Vormonat August gesunken. Alitalia hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet und fliegt seither mithilfe eines Überbrückungskredits der italienischen Regierung. Nicht ausgeschlossen wird, dass die italienische Regierung gezwungen werden könnte, einen weiteren Brückenkredit zu gewähren, um Alitalia und ihre rund 11.000 Mitarbeiter über Wasser zu halten. (apa/kle)