In Kroatien ist das Pensionseintrittsalter wieder von 67 auf 65 Jahre gesenkt worden. Das Parlament verabschiedete am Freitag in einem Eilverfahren entsprechende Gesetzesänderungen, mit denen die Regierung ein drohendes Referendum abwendete.

Die drei größten Gewerkschaftszentralen des Landes, die sich zur Initiative "67 ist zu viel" zusammengeschlossen haben, sammelten im Sommer fest 750.000 Wählerunterschriften für die Volksabstimmung gegen die umstrittene Pensionsreform. Sie forderten die Senkung der Altersgrenze, die mit 2033 eingeführt werden sollte, und die Abschaffung von höheren Abschlägen bei Frühpension. Die Regierung ist mit den nun beschlossenen Gesetzesänderungen ihren Forderungen vollkommen nachgekommen, berichteten kroatische Medien.

Die Initiative feierte die verabschiedete Gesetzesnovelle als einen gemeinsamen Erfolg der Gewerkschaften und der kroatischen Bürger, berichtete die Nachrichtenagentur Hina. Dennoch bleibe "ein bitterer Nachgeschmack", dass die Demokratie ausgetrickst worden sei, weil es den Bürgern nicht ermöglicht worden sei, ihre Meinung bei der Volksabstimmung auszudrücken, hieß es.

Kroatische Bürger werden gemäß den Gesetzesänderungen eine Alterspension mit 65 Jahren und mindestens 15 Arbeitsjahren antreten können. Eine vorzeitige Alterspension wird bei vollendeten 60. Lebensjahr mit 41 Arbeitsjahren möglich. Bisher lag diese Altersgrenze bei 61 Jahren. Die Frühpension wird künftig mit 60 Jahren und bei 35 Arbeitsjahren möglich, anstatt mit 62 Jahren. Die Abschläge für die Frühpension wurden von 3,6 Prozent auf 2,4 Prozent pro Jahr gesenkt. Ab 2030 wird das Pensionseintrittsalter für Frauen und Männer ausgeglichen, bisher war das bereits für 2026 vorgesehen. (apa)