Eine neue Kampagne der chinesischen Notenbank gegen den Handel mit Kryptowährungen hat die Talfahrt von Bitcoin beschleunigt. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise fiel am Freitag um bis zu zehn Prozent und war mit 6845,64 Dollar (6172,3 Euro) so billig wie zuletzt vor sechs Monaten.

Die People's Bank of China (PBoC) teilte mit, sie wolle in Shanghai gegen illegale Aktivitäten rund um digitale Währungen vorgehen. Außerdem warnte sie davor, Cyberdevisen nicht mit der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie zu verwechseln.

Staatspräsident Xi Jinping hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, die Entwicklung der Blockchain-Technologie zu intensivieren und damit unter anderem eine Rally bei Bitcoin ausgelöst. Investoren hatten Xis Worte als Signal einer Lockerung der restriktiven chinesischen Haltung gegenüber Kryptowährungen interpretiert. Dies entpuppe sich nun als Irrtum, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die Enttäuschung dürfte bei Anlegern noch eine Weile mitschwingen."

Unabhängig davon arbeitet die PBoC nach eigenen Angaben weiter an einer eigenen Digitalwährung. Die Initiative gilt unter anderem als Antwort auf die drohende Konkurrenz durch die geplante Cyber-Devise "Libra" des Online-Netzwerks Facebook. (reuters/kle)