Der Fahrdienstvermittler Uber hat seine Lizenz für London zum zweiten Mal in etwas mehr als zwei Jahren verloren. Nach mehreren Verstößen, die die Sicherheit der Passagiere gefährdet hätten, werde die Lizenz nicht verlängert, teilte die Nahverkehrsbehörde TfL (Transport for London) am Montag mit.

Offiziell sollte sie um Mitternacht auslaufen, Uber darf aber bis zur Entscheidung über eine Berufung vorerst weiterarbeiten. Der umstrittene Fahrdienstvermittler hat 21 Tage Zeit, um Berufung einzulegen, was der US-Konzern schon angekündigt hat.

"Sicherheit hat oberste Priorität", erklärte die Londoner Behörde. Es sei nicht hinzunehmen, dass Uber mit möglicherweise nicht lizenzierten und nicht versicherten Fahrern zusammenarbeite.

Die britische Hauptstadt ist der größte europäische Markt für den Fahrdienstvermittler - aber zugleich auch ein prestigeträchtiger Standort mit starker Konkurrenz. Nach Angaben des Unternehmens nutzen etwa 3,5 Millionen Menschen in London die App, etwa 40.000 Menschen sind als Fahrer registriert.

Einschnitt in Österreich

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan unterstützte die Entscheidung. Er wisse, dass viele Uber-Nutzer mit dieser Entscheidung unzufrieden seien. "Aber ihre Sicherheit ist das wichtigste Anliegen", sagte Khan. Zu häufig hätten Fahrer zuletzt ihre Profile gefälscht, Passagiere seien unwissentlich zu suspendierten Fahrern ins Auto gestiegen.

Uber bietet seine Dienste in dutzenden Ländern an - und ist immer wieder mit Protesten aus der Taxibranche sowie rechtlichen Schritten gegen seine Aktivitäten konfrontiert. In Österreich könnte im kommenden Jahr ein weiterer Einschnitt auf das Unternehmen zukommen. Im Sommer hat der Nationalrat beschlossen, dass es ab September 2020 nur noch ein einheitliches Pkw-Personenbeförderungsgewerbe geben solle. Eckpunkte der von Uber kritisierten Reform sind einheitliche Tarife für Taxi und Mietwagen und ein verpflichtender Taxischein für alle. (Reuters/dpa/apa)