Wie die Athener Notenbank (TTE) kürzlich offiziell mitteilte, beliefen sich die Direkterlöse aus dem Tourismus in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits auf 16,08 Milliarden Euro. Darin ist das für die griechische Tourismusbranche traditionell einträglichste dritte Quartal des Jahres (Juli bis September) inkludiert. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2018, das bis dahin in puncto Direkterlöse einen Rekord für Hellas’ Tourismus darstellte, betrugen die Direkterlöse aus dem Tourismus 16,1 Milliarden Euro.

Beobachter gehen davon aus, dass die heurigen Direkterlöse aus dem griechischen Tourismus bis Ende 2019 - und somit mit den Einnahmen aus dem vierten und letzten Quartal des Jahres - die Marke von 17 Milliarden Euro erreichen oder sogar leicht übertreffen werden.

Damit wächst Griechenlands Reisebranche nun schon das siebente Jahr in Folge - und dies mit großer Dynamik. Weilten 2012 noch 15,52 Millionen Urlauber aus dem Ausland (ohne Kreuzfahrttouristen) im 10,7 Millionen Einwohner zählenden Hellas, waren es 2018 bereits 30,1 Millionen Touristen - Tendenz weiter steigend.

Deutsche Urlauber bringen das meiste Geld

Ob es nun die antiken Stätten, das angenehme Klima, das gute Essen oder die Sicherheit sind: Die Österreicher haben Griechenland schon lange als Reisedestination entdeckt. 2018 reisten exakt 520.814 Österreicher nach Hellas. Und es scheint ihnen dort gefallen zu haben, denn sie blieben mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 8,7 Tagen nicht nur 1,2 Tage länger als der Durchschnittsurlauber aus aller Welt am Peloponnes. Die Österreicher gaben in Hellas mit durchschnittlich 698 Euro um 34 Prozent mehr aus als die übrigen Touristen, die im Schnitt für 520 Euro konsumierten.

Die meisten Direkterlöse konnte Hellas 2018 ohnehin von Reisenden aus Ländern in der Eurozone erzielen. Sie machten 45 Prozent der Gesamterlöse aus. Der Löwenanteil entfällt dabei auf deutsche Urlauber. Sie trugen mit 18,9 Prozent zu den gesamten Direkterlösen bei. Weitere 25 Prozent der Direkterlöse entfielen auf Urlauber aus EU-Staaten ohne Euro und 30 Prozent auf sonstige Länder.

Tourismus macht fast 31 Prozent des BIP aus

Der Tourismus, traditionell ein Wachstumspfeiler von Griechenlands Ökonomie, gewinnt eine immer größere Bedeutung für die hellenische Volkswirtschaft: Mittlerweile trägt der Tourismus 30,9 Prozent zur griechischen Wirtschaftsleistung sowie 25,9 Prozent zur Gesamtbeschäftigung bei (2018). 2012 betrug der Anteil des Tourismus am griechischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich 16,4 Prozent, an der Gesamtbeschäftigung waren es 18,3 Prozent.

Zu einem Zugpferd für Hellas’ Reisebranche ist dabei die Hauptstadt Athen avanciert. Die Zahl der Athen-Touristen hat sich von 2012 bis 2018 mehr als verdoppelt. Reisten 2012 noch 2,5 Millionen Menschen nach Athen, waren es 2018 bereits 5,7 Millionen Urlauber.

Überhaupt spielt der Athener Airport "Eleftherios Venizelos" eine zentrale Rolle für den seit 2012 so fulminanten Aufschwung in der griechischen Tourismusindustrie. Denn das Flugangebot wurde massiv erweitert - auch mit Routen, die von Billigfliegern bedient werden. Das schlägt sich eindrücklich in den Ankunftszahlen ausländischer Passagiere nieder: Landeten 2012 nur 2,6 Millionen ausländische Fluggäste auf Athens Airport, waren es 2018 schon 8,1 Millionen. Und nicht nur heuer werden es noch mehr sein. Neue Terminals befinden sich bereits im Bau.