Während in Madrid die UN-Klimakonferenz verzweifelt um Lösungen rang, wurden aus Brasilien alarmierende Zahlen gemeldet: 563 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald wurden im heurigen November abgeholzt (zum Vergleich: Das Wiener Stadtgebiet hat eine Fläche von fast 415 Quadratkilometern). Damit hat sich die Abholzung in Brasilien neuen Satellitendaten zufolge im Vergleich zum November 2018 mehr als verdoppelt. Im Monatsvergleich wurde seit November 2015 nicht mehr so viel Wald vernichtet. Die Steigerung ist für die Regenzeit ungewöhnlich hoch. Insgesamt wurden von Jänner bis November 2019 insgesamt 8.974 Quadratkilometer Wald vernichtet (das entspricht fast der Fläche Kärntens). Im selben Zeitraum 2018 waren 4.879 Quadratkilometer gerodet worden.

Der ultrarechte brasilianische Präsident Bolsonaro steht seit Monaten wegen seiner Umweltpolitik international in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die kommerzielle Ausbeutung von geschützten Amazonas-Gebieten zu befürworten. Bolsonaro, der sein Amt im Jänner 2019 antrat, ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel an. (apa/afp)