Russland und die Ukraine haben sich auf einen neuen Gastransitvertrag zur Versorgung Europas geeinigt. Der Vertrag gelte für die nächsten fünf Jahre, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Gasmonopolisten Gazprom am Samstag bekannt gab. Der Vertrag war unter Vermittlung der EU zustande gekommen. Unterdessen hat sich der russische Energieriese Gazprom bereiterklärt, 2,9 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) an die ukrainische Naftogaz zu zahlen, wie Gazprom am Samstag mitteilte.

Die Transitmengen fallen dem Vertrag zufolge deutlich geringer aus als in der Vergangenheit. Die Ukraine hätte gern eine möglichst große Transitmenge gehabt, weil das für das finanzschwache Land mehr Einnahmen aus den Durchleitungsgebühren bedeutet hätte.

Statt der bisher rund 90 Milliarden Kubikmeter im Jahr, sollen 2020 nur 65 Milliarden russisches Gas durch die Ukraine nach Europa gepumpt werden. Von 2021 bis 2024 seien 40 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr für den Transit geplant.

Grundsatzeinigung in Berlin erzielt

Unter Vermittlung der EU-Kommission und Deutschland hatten Kiew und Moskau in Berlin am Donnerstag eine Grundsatzeinigung erzielt. Die Verhandlungen über die Details eines neuen Vertrags gingen aber am Freitag weiter.

Ziel der Ukraine war es auch gewesen, einen neuen Zehn-Jahres-Vertrag abzuschließen. Der aktuelle läuft Ende dieses Jahres aus. Deshalb drängte die Zeit.

Russland nutzt unter Umgehung des lange Zeit wichtigsten Transitlandes Ukraine alternative Leitungen wie die Ostseepipeline Nord Stream 1. Nord Stream 2 soll 2020 fertig werden, steht aber aktuell unter Sanktionsdruck der USA.

Am 8. Jänner wird der russische Präsident Wladimir Putin in der Türkei mit seinem Kollegen Erdogan die neue Leitung Turkish Stream in Betrieb nehmen. Von dort aus soll künftig die Südflanke Europas mit Gas versorgt werden. (apa)