In der Nacht auf Montag hat der dreitägige Streik der Germanwings-Flugbegleiter an mehreren deutschen Flughäfen begonnen. Das bestätigte der Sprecher der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Infolge des Ausstands, der bis einschließlich Neujahr dauern soll, fallen deutschlandweit rund 180 Flüge aus, wie aus einer Übersicht auf der Internetseite von Eurowings hervorgeht, die das Unternehmen laufend aktualisiert. Germanwings führt ihre Flüge für Eurowings aus. Auch Verbindungen nach Österreich und in die Schweiz sind betroffen.

15 Prozent der Flüge werden wohl ausfallen

Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist laut Konzernangaben noch mit 30 Flugzeugen und 1.400 Mitarbeitern - davon 800 in der Kabine - für die Nachfolgemarke Eurowings unterwegs, soll aber perspektivisch mit dem Eurowings-Flugbetrieb verschmolzen werden. Einen eigenen Markenauftritt gibt es nicht mehr.

Der Streik bei Germanwings führe im gesamten Eurowings-Flugplan zu rund 15 Prozent Flugausfällen, sagte eine Unternehmenssprecherin der dpa. "Von geplanten 1.200 Flügen im Streikzeitraum werden über 1.000 durchgeführt."

Bei den Stornierungen handelt es sich vor allem um innerdeutsche Verbindungen, aber auch einige Flüge nach Österreich und in die Schweiz wurden gecancelt. Vor allem die Flughäfen Köln-Bonn, München, Hamburg und Berlin-Tegel sind betroffen.

Der Sprecher des Wiener Flughafens, Peter Kleemann, erklärte am Sonntag gegenüber der APA, dass am Montag vier von 50 Eurowings-Flügen von und nach Wien und am Dienstag vier von 32 Eurowings-Flügen abgesagt worden seien. Er empfiehlt Passagieren, sich bei der Fluglinie über den Flugstatus zu erkundigen. Die anderen österreichischen Flughäfen scheinen von dem Streik nicht betroffen zu sein. Für Mittwoch waren zunächst keine Ausfälle bekannt.

Nach gescheiterten Vorgesprächen zu einer Schlichtung hatte die Ufo am Freitag die Flugbegleiter von Germanwings zum Streik aufgerufen. Übers Wochenende sparten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite nicht mit gegenseitigen Vorwürfen. Auch ein Einlenken der Germanwings am Samstag führte nicht zu einer Absage des Streiks.

"Ganz im Gegenteil fürchten wir, bei der Kommunikation des Managements, dass drei Tage noch lange nicht genug sein werden", warnte Ufo in einem Schreiben an ihre Mitglieder, das der dpa vorliegt.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1.500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen. Offizieller Streikgrund ist ein Streit der Gewerkschaft mit der Arbeitgeberseite um Regelungen zur Teilzeit. (apa / dpa)