Opel beendet in seinem Werk in Wien-Aspern die Produktion von Motoren und führt nur die Getriebeproduktion fort, schreibt die "Presse" unter Berufung auf das Unternehmen. Dadurch werden 200 bis 270 Arbeitsplätze wegfallen. Grund für das Ende der Motorenfertigung sei das Auslaufen eines Auftrags von General Motors. Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 von General Motors übernommen. Das Werk in Wien-Aspern wird jedoch weiter Sechsgang-Getriebe für die PSA-Group fertigen.

Die Arbeiterbetriebsratsvorsitzende bei Opel Wien, Renate Blauensteiner, hat sich über den weiteren Stellenabbau nicht überrascht gezeigt. Dass der General-Motors-Auftrag zur Motorenproduktion mit Jahresmitte auslaufe komme nicht überraschend, sondern sei im Betrieb seit langem bekannt. Für die Betroffenen wurde ein Sozialplan mit Vorruhestand erarbeitet.

Bereits im vergangenen Jahr wurden 400 Mitarbeiter abgebaut. Innerhalb eines Jahres wurden also die Hälfte aller Jobs gestrichen. 1600 Händler verloren ihre Verträge, darunter 46 Händler in Österreich mit über 100 Standorten. Das Asperner Opelwerk gehörte einst zum Stolz des Autoherstellers. Seit knapp 40 Jahren wurde jedes zweite Getriebe und jeder dritte Motor eines Opels in Aspern hergestellt. In Hochzeiten beschäftigte das Werk bis zu 2200 Mitarbeiter.

Dem Jobabbau im Wiener Werk sollen nun auch weitere folgen. Nach Audi, Daimler und BMW sowie den Zulieferern Bosch und Continental plant nun auch Opel weitere massive Stellenstreichungen. In den kommenden Jahren sollen bei der PSA-Tochter bis zu 4100 Jobs zusätzlich zu den bereits vor zwei Jahren vereinbarten rund 7000 Stellen wegfallen, wie ein Unternehmensinsider am Dienstag bestätigte. Opel wollte zunächst die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung informieren, bevor die Pläne öffentlich gemacht werden sollten.

Die gesamte Branche steckt wegen der schärferen CO2-Vorgaben im Umbruch und setzt auf den Bau von Elektroautos, für den weit weniger Personal benötigt wird als für Verbrennungsmotoren. Bei Opel kommt hinzu, dass die französische Konzernmutter PSA sich gerade mit Fiat Chrysler zusammenschließt. Experten halten es für wahrscheinlich, dass der fusionierte Konzern in Europa Überkapazitäten abbauen wird. Davon könnte auch Opel betroffen sein. Branchenweit wird angesichts des Wechsels zur Elektromobilität in den kommenden Jahren mit dem Wegfall von Zehntausenden Arbeitsplätzen gerechnet.

Schrittweiser Abbau geplant

Zur Sicherung der deutschen Standorte vereinbarten Management und Betriebsrat der PSA-Tocher Opel ein Eckpunktepapier, über das das "Handelsblatt" als erstes berichte. Demnach sollen schrittweise zunächst rund 2100 Stellen durch freiwillige Programme wie Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen abgebaut werden. Im Gegenzug werde der Kündigungsschutz für die verbleibenden Beschäftigten bis von 2023 bis 2025 verlängert, sagte eine Person mit Kenntnis der Vereinbarung. In zwei weiteren Schritten könnten später je rund 1000 weitere Stellen wegfallen. Die Jobgarantie für die verbleibende Belegschaft solle dann bis 2027 beziehungsweise 2029 verlängert werden, hieß es aus dem Unternehmen weiter.

Beschlossen wurde den Angaben zufolge zudem, künftig alle Varianten des Kompaktwagens Astra im Stammwerk in Rüsselsheim zu bauen. Damit soll die Fabrik in den kommenden Jahren besser ausgelastet werden.

Auch andere Hersteller und ihre Lieferanten streichen wegen des Umbaus und der mauen Autokonjunktur Personal. Der Verband der Automobilindustrie rechnet damit, dass allein im Zuge des Umstiegs von Verbrenner- auf Elektroautos im Bereich des Antriebsstrangs bis 2030 zwischen 80.000 und 90.000 Stellen wegfallen könnten.