US-Präsident Donald Trump will zwei Ökonomen seiner Wahl auf Direktorenposten bei der Notenbank (Fed) hieven. Seine frühere Wahlkampfunterstützerin Judy Shelton und der als Anhänger niedriger Zinsen geltende Forscher Christopher Waller sollen in das Fed-Spitzengremium rücken, wie das Präsidialamt am Donnerstag mitteilte.

Für beide muss der Senat noch grünes Licht geben. Sollte es dazu kommen, würde Trump der Führungsebene der Notenbank personell noch stärker seinen Stempel aufdrücken. Dann wären sechs von sieben Direktoren durch seine Nominierung auf ihren Posten gelangt.

Zuletzt war das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und der politisch unabhängigen Notenbank immer wieder von Spannungen geprägt, da Trump sie zu massiven Zinssenkungen drängte und die Kompetenz der Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell anzweifelte.

Angesichts der Attacken Trumps hat Powell, der auch selbst von Trump nominiert worden war, mehrfach auf die Unabhängigkeit der Notenbank verwiesen. Powell betonte, es sei "sehr, sehr wichtig", dass die Öffentlichkeit verstehe, dass die Notenbank überparteilich agiere.

Waller ist derzeit beim Fed-Ableger in St. Louis als Forschungsdirektor tätig. Er gilt als enger Vertrauter des Chefs der Fed von St. Louis, James Bullard. Dieser hatte sich voriges Jahr für Zinssenkungen starkgemacht. Laut Bullard liegt Waller mit ihm geldpolitisch auf einer Wellenlänge. Die US-Notenbank kappte den Leitzins 2019 dreimal und signalisiert seitdem eine Pause.

Shelton war 2016 im Wahlkampfteam Trumps für Wirtschaftsfragen zuständig. Sie schlug damals in einem Interview mit dem Magazin "Fortune" ein Pilotprojekt zur Ausgabe von mit Gold gedeckten US-Anleihen vor. Nachdem im vergangenen Jahr ihre mögliche Nominierung durchgesickert war, plädierte sie für niedrigere Zinsen und eine bessere Koordinierung der Fed mit anderen Teilen der Regierung. (apa/Reuters)