Mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump beginnt heute, Dienstag (11.30 Uhr), offiziell die 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Im Mittelpunkt des viertägigen Treffens in den Schweizer Alpen stehen der Kampf gegen den Klimawandel sowie geopolitische Krisen etwa im Nahen Osten und in Libyen.

Trump steht wegen des Amtsenthebungsverfahrens, das in Washington gegen ihn läuft, innenpolitisch unter großem Druck. Doch anstatt sich im Weißen Haus zu verstecken, sucht er knapp zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl wohl lieber das globale Rampenlicht.

Erwartet wird, dass er sich in seiner Eröffnungsrede wie üblich unter Verweis auf Börsenrekorde und die niedrige Arbeitslosenquote in den USA als meisterhafter Lenker des Wirtschaftsgeschehens darstellt. Als wahrscheinlich gilt zudem, dass er auf die jüngsten Erfolge in den von ihm angezettelten Handelskonflikten verweisen wird, denn vergangene Woche besiegelte er ein erstes Teilabkommen mit China. Das von Trump ursprünglich angestrebte umfassende Handelsabkommen mit Peking steht aber weiter in den Sternen.

Österreich auf Platz acht bei Aufstiegschancen

Schon vor der Eröffnung hatte das Wirtschaftsforum eine Datenzusammenstellung über die Aufstiegschancen im Ländervergleich herausgegeben. Demnach liegt Österreich in dem Ranking von 82 Ländern gleichauf mit Belgien an achter Stelle.

Den ersten Platz in der Studie belegt Dänemark (85,2) gefolgt von Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Außerdem vor Österreich (80,1) liegen die Niederlande und die Schweiz. Für die Rangliste werteten die Studienautoren Daten aus und erstellten daraus einen Gesamtindex der gesellschaftlichen Mobilität aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Arbeit, Technologie und soziale Absicherung/öffentliche Einrichtungen zusammen. Konkret eingeflossen sind etwa Faktoren wie faire Entlohnung oder gute Arbeitsbedingungen, die Durchdringung der Bevölkerung mit Anwendungen neuer Technologien, die Qualität und der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Daraus ergibt sich für eine Gesellschaft eine Zahl, die die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten, die sie bietet, ausdrückt.

Deutschland als Spitzenreiter

Unter den sogenannten sieben bedeutendsten Industrienationen (G7) ist Deutschland der Spitzenreiter. Die Bundesrepublik liegt an elfter Stelle (78,8). Dahinter folgen Frankreich (Platz 12), Kanada (Platz 14), Japan (Platz 15), Großbritannien (Platz 21), USA (Platz 27). Schlusslicht unter den G7 ist auf Platz 34 Italien.

Die - noch - 28 EU-Staaten liegen alle unter den ersten 50 Ländern. Das EU-Land mit den geringsten sozialen Aufstiegsmöglichkeiten ist in der Tat Griechenland auf Position 48 mit einem Index von 59,8.

Die Aufstiegschancen in China sind wesentlich besser als etwa in Indien, allerdings etwas schlechter als in Russland. Die Volksrepublik (61,5) verorteten die Studienautoren auf Platz 45 - und damit vor Griechenland. Russland (64,7) landete demgegenüber aus Platz 39, Indien (42,7) nur auf Platz 76 von 82.

Österreich liegt gut bei sozialer Absicherung

Österreich liegt besonders gut bei der sozialen Absicherung. In diesem spezifischen Punkt erreichte es weltweit sogar Platz drei. Auch in Sachen Zugang und Qualität der Bildung (Platz vier bzw. sechs) und bei den Arbeitsbedingungen (Platz fünf) kann Österreich punkten. Luft nach oben besteht jedoch vor allem, was den Zugang zu Technologie und die faire Verteilung der Löhne betrifft. Im Vergleich zum achten Gesamtrang kam Österreich in diesen beiden Einzelgesichtspunkten nur auf Rang 28 beziehungsweise 26.