US-Präsident Donald Trump lobt gern und oft seine Wirtschaftspolitik. Doch ausgerechnet jene zehn Firmen, die er in seiner ersten Rede zur Lage der Nation vor drei Jahren als Motoren eines US-Wirtschaftswunders hervorhob, hinken bei Neueinstellungen und Aktienkursen hinterher. Trump hatte prophezeit, dass diese Unternehmen "zehntausende neue US-Jobs" schaffen sowie "Milliarden und Milliarden von Dollar" investieren würden. Auch sonst ist die Lage weniger rosig, als der US-Präsident es darstellt.

Die Gesamtzahl der Beschäftigen der Fahrzeug-Hersteller Fiat Chrysler, Ford und General Motors (GM), des Motorradbauers Harley Davidson, des Chip-Produzenten Intel, des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, des Mobilfunkers Sprint, des Einzelhändlers Walmart und der kleinen Biotechfirma Amicus stagnieren nach Reuters-Berechnungen seit 2017 bei etwa zwei Millionen. Immerhin investierten sie Pflichtveröffentlichungen zufolge allein 2018 insgesamt 60 Milliarden Dollar (54 Milliarden Euro). Das Geld fließt laut Experten aber zum Großteil in Modernisierung und Automatisierung. "Auf lokaler Ebene kommt davon kaum etwas an", sagt Sarah Low, Wirtschaftsprofessorin der University of Missouri-Columbia.

Am Aktienmarkt fielen Trumps Top Ten ebenfalls nicht als kollektive Überflieger auf. Die Kurse von lediglich vier Firmen entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt. Dagegen blieben fünf deutlich dahinter zurück. Der breit gefasste US-Index S&P 500 legte im fraglichen Zeitraum knapp 50 Prozent zu.

Dabei verlief die Entwicklung der Firmen höchst unterschiedlich. So wuchs die Zahl der Beschäftigten von Lockheed Martin um 15 Prozent, und der Aktienkurs legte in den drei Jahren um 76 Prozent zu. Die Titel von Harley Davidson verloren dagegen 34 Prozent. Das Unternehmen geriet im Handelsstreit zwischen den USA und der EU zwischen die Fronten. Weil Trump die Strafzölle auf Stahl und Aluminium erhöhte, reagierte die EU Mitte 2018 mit Gegen-Abgaben auf Produkte wie Motorräder, Erdnussbutter und Whiskey. Außerdem treiben die US-Zölle auf Metall die Rohstoffkosten von Harley in die Höhe.

US-Arbeitsmarkt wächst langsamer als unter Obama

Gesamtwirtschaftlich betrachtet hält Trumps Politik kritischen Blicken ebenfalls nur bedingt stand. Zwar wuchs der US-Arbeitsmarkt seit 2017 um 4,5 Prozent. Dabei schufen US-Unternehmen im Durchschnitt monatlich 193.000 neue Stellen. Allerdings lag die Rate in den letzten drei Amtsjahren seines Vorgängers Barack Obama bei 224.000 Jobs. Diese Kluft werde sich wegen Trumps restriktiver Einwanderungspolitik in den kommenden Jahren noch vergrößern, warnt Mark Zandi, Chefvolkswirt des Research-Hauses Moody's Analytics. "Sie ist ein erhebliches Wachstumshemmnis." Er rechne mit einem Rückgang des Stellenwachstums auf 50.000 pro Monat.

Die Experten der Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Dallas rechnen außerdem vor, dass die Beschäftigtenzahl in den vergangenen zehn Jahren im Ducrhschnitt um 0,5 Prozent gewachsen ist. In früheren wirtschaftlichen Aufschwungphasen sei die Quote aber mehr als doppelt so hoch gelegen. (reuters/kle)