Die Epidemie des neuartigen Coronavirus könnte nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Wachstum der Weltwirtschaft zwischenzeitlich hemmen. Das Wirtschaftswachstum könne wegen der Epidemie geringer ausfallen, der Rückgang liege aber nur im Bereich von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieea am Sonntag beim Weltfrauenforum in Dubai.

Wenn die Epidemie schnell unter Kontrolle gebracht werde, könne es nach einem schnellen Rückgang aber "einen sehr schnellen Wiederaufschwung" geben.

Vom neuartigen Coronavirus ist insbesondere die Wirtschaftsmacht China betroffen. Nach Behördenangaben infizierten sich dort seit Dezember rund 68.500 Menschen, 1665 Patienten starben. Umfangreiche Schutzmaßnahmen sorgten unter anderem für massive Produktionsausfälle in dem wichtigen Exportland zahlreicher Güter.

Georgieva warnte vor voreiligen Prognosen hinsichtlich der Auswirkungen des Virus. "Es gibt noch eine Menge Unsicherheit", sagte sie in Dubai. Es sei "zu früh", Voraussagen zu treffen, "weil wir noch nicht wirklich wissen, welcher Art dieses Virus ist".

Im Jänner hatte der IWF seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent gesenkt.

Chinas Zentralbank senkt Zinsen

Die chinesische Zentralbank hat den Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLP) gesenkt. Ziel ist, die Auswirkungen, die der Ausbruch des neuen Corona-Virus auf die Wirtschaft hat, zu mildern. Die Zentralbank lockerte den MLP am Montag von 3,25 auf 3,15 Prozent.

Es wird erwartet, dass dem Schritt am Donnerstag eine Senkung des Referenz-Zinssatzes (LPR) folgt. Die Kurse am chinesischen Aktienmarkt legten in der Folge zu.

Viele Experten erwarten, dass die Folgen des Virus-Ausbruchs der chinesischen Wirtschaft im ersten Quartal schwer zusetzen.(apa/afp)