Die Wall Street hat am Montag mit massiven Rückgängen geschlossen. Das sich weiter ausbreitende Coronavirus und ein Crash an den internationalen Ölmärkten haben den US-Aktienmarkt einbrechen lassen.

Der Dow Jones Industrial Index brach rekordhohe 2.013,76 Punkte oder 7,79 Prozent auf 23.851,02 Einheiten ein und absolvierte damit prozentuell gesehen seinen schwächsten Handelstag seit dem Jahr 2008. Zudem war das sein stärkster Punkteverlust in der Geschichte, berichtete der Finanzinformationsdienst CNBC. Damit rutschte der weltbekannteste Börsenindex auf sein niedrigstes Niveau seit dem Jänner 2019 ab. Der S&P-500 Index knickte beachtliche 225,81 Punkte oder 7,60 Prozent ein auf 2.746,56 Zähler. Der Nasdaq Composite Index sackte um 624,94 Einheiten oder 7,29 Prozent auf 7.950,68 Zähler ab.

Zu den Folgen des Coronavirus für die Weltwirtschaft kam ein Absturz der Ölpreise als zusätzliche Belastung hinzu. Nach gescheiterten Verhandlungen führender Ölstaaten über eine Drosselung der Fördermenge erlebte der Ölmarkt den stärksten Preiseinbruch seit fast 30 Jahren. Die Verhandlungspartner des Ölkartells OPEC und mit ihm verbündete Staaten konnten sich auf keine neue Vereinbarung einigen. Saudi-Arabien will nun die Ölförderung erhöhen. "Auf eine schwache Ölnachfrage trifft jetzt ein Preiskampf der Produzenten", schrieb der Vermögensverwalter DWS in einem Marktkommentar.

Kurseinbrüche historischen Ausmaßes mussten daraufhin die Aktien des US-Energiesektors hinnehmen. Für die Papiere von Branchengrößen wie Occidental Petroleum, Schlumberger und Halliburton ging es zwischen 27,4 und mehr als 50 Prozent abwärts auf Tiefstände seit vielen Jahren. Die im Leitindex Dow enthaltenen Aktien von ExxonMobil und Chevron büßten 12,2 bzw. 15,4 Prozent ein. ConocoPhillips sackten um fast 25 Prozent ab.

Ein Rohstoffexperte sprach von einem "schwarzen Montag am Ölmarkt". Saudi-Arabien habe mit der Ankündigung höherer Fördermengen und niedrigerer Preise einen neuen Preiskrieg um Marktanteile eröffnet. Dem Ölmarkt drohe damit im zweiten Quartal ein massives Überangebot, zumal die Nachfrage wegen der Covid-19-Pandemie noch für einige Zeit stark beeinträchtigt bleiben dürfte.

Überdurchschnittliche Verluste mussten auch Bankaktien hinnehmen. Unter den Schwergewichten im Dow brachen JPMorgan um 13,7 Prozent ein und Goldman Sachs um 10,4 Prozent. Börsianer begründeten das einerseits mit den Verwerfungen an den Finanzmärkten, die die US-Finanzindustrie in Mitleidenschaft ziehe. Zudem verwies ein Analyst darauf, dass US-Banken große Kredite an die Ölindustrie vergeben hätten - mit nun stark steigenden Risiken.

Mit Blick auf das Covid-19-Virus legten Wirtschaftsdaten aus China Zeugnis ab für die wirtschaftlichen Folgen: Im Land des Ausbruchs, wo das neuartige Coronavirus seit Wochen das öffentliche Leben lahmlegt, brachen die Exporte im Jänner und Februar im Vergleich zu den Vorjahresmonaten ein. Die US-Regierung arbeitet Kreisen zufolge an einem Hilfspaket für die US-Wirtschaft, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern. (APA)