Wegen der Coronavirus-Epidemie wird in Italien heuer ein starker Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet. Das Wirtschaftsinstitut Prometeia geht von einem Rückgang von Italiens Bruttoinlandprodukt (BIP) von 6,5 Prozent im Jahr 2020 aus. 2021 soll es dann zu einem BIP-Wachstum von 3,3 Prozent und 2022 von 1,2 Prozent kommen.

Die Hilfspakete der Regierung werden nur in geringem Ausmaß die interne Nachfrage stützen, geht aus der Prometeia-Analyse hervor. Bis Ende 2020 wird Italiens Defizit auf 6,6 Prozent des BIP und die Verschuldung von derzeit 136 Prozent auf 150 Prozent des BIP klettern. Wegen Steuerausfällen und Mehrausgaben durch Konjunkturpakete. Die EU-Verträge sehen eine Obergrenze von 60 Prozent vor.

Geschäfts- und Konsumklima brechen ein

Die Coronakrise drückt die Stimmung von Managern und Verbrauchern in Italien tief in den Keller. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel im März von 97,8 auf 81,7 Punkte, wie das Statistikamt Istat am Freitag unter Berufung auf seine monatliche Umfrage mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit Juni 2013.

Das Barometer für das Konsumklima brach von 110,9 auf 101,0 Punkte ein, den niedrigsten Stand seit Anfang 2015. Italien ist besonders schwer vom Coronaausbruch betroffen. Bisher wurden mehr als 8.000 Todesopfer registriert - so viele wie in keinem anderen Land.

Goldman Sachs prognostiziert ein Schrumpfen um 11,6 Prozent

Die Ökonomen der Investmentbank Goldman Sachs sagen der nach Deutschland und Frankreich drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine schwere Rezession voraus. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 11,6 Prozent einbrechen.

Italien hat alle nicht versorgungsrelevanten Fabriken und Unternehmen dichtgemacht. Bis auf die Betriebe, die für die Lieferketten als unerlässlich gelten, müssen alle Unternehmen bis zum 3. April ihre Produktion stoppen und schließen. Supermärkte, Apotheken, Post-Dienste und Banken sollen weiterhin geöffnet bleiben. (apa, reuters)