Für den deutschen Ferienflieger Condor zeichnet sich Insidern zufolge eine vorübergehende Verstaatlichung ab. Die geplante Übernahme durch die polnische Fluggesellschaft LOT drohe an den Forderungen der Polen zu scheitern, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

LOT-Eigner PGL fordere so weitreichende Garantien, dass ein Verkauf für den Bund unattraktiv wäre. Stattdessen arbeiteten die Beteiligten nun daran, dass vorerst der Bund über die Förderbank KfW bei Condor einsteige. Wenn die Coronavirus-Krise überstanden sei, wolle man dann einen neuen Verkaufsprozess starten.

"Gespräche dazu laufen", sagte ein Insider. Condor erklärte, man nehme zu Spekulationen keine Stellung. Man sei aber mit allen Beteiligten im Gespräch. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Das deutsche Wirtschaftsministerium und PGL äußerten sich nicht dazu.

Die insolvente Condor hatte sich im Herbst wegen der Pleite der damaligen Muttergesellschaft Thomas Cook unter einen Schutzschirm geflüchtet. Um die Zeit bis zum Verkauf zu überbrücken, hatte das Unternehmen einen Staatskredit der KfW über 380 Millionen Euro bekommen. Dieser muss bis zum 15. April zurückgezahlt werden. Wegen der Coronakrise und des deutlich reduzierten Flugbetriebs beantragte der Ferienflieger Insidern zufolge bereits zusätzlich einen 200-Millionen-Euro-Kredit bei der KfW als Liquiditätshilfe. (reuters/kle)