Brüssel. Die EU-Kommission hat die Euro-Finanzminister offenbar gewarnt, dass die Wirtschaft in der Eurozone dieses Jahr um bis zu zehn Prozent einbrechen könnte.

Die Europäische Zentralbank habe bei den mittlerweile abgebrochenen Verhandlungen erläutert, wegen der Coronavirus-Pandemie seien womöglich Hilfen im Volumen von 1,5 Billionen Euro nötig, sagten mehrere Regierungsvertreter.

Deutsche Wirtschaftsforscher erwarten "schwerwiegende" Rezession

Auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten wegen der Coronavirus-Pandemie heuer eine "schwerwiegende" Rezession. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um 4,2 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosenquote in der Spitze 5,9 Prozent erreichen, heißt es am Mittwoch vorgelegten Frühjahrsgutachten. Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft sich aber erholen und um 5,8 Prozent wachsen.

Vergangene Woche hatten bereits die sogenannten Wirtschaftsweisen ein Sondergutachten zu den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie vorgelegt. Je nach Dauer und Ausmaß der Einschränkungen wegen der Pandemie rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit einem Einbruch von 2,8 Prozent bis 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Auch Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnte bereits, das BIP könne in einzelnen Monaten im ersten Halbjahr um mehr als acht Prozent schrumpfen. Er erwartet den Höhepunkt der negativen Entwicklung im Mai. (apa/reuters)