Die Luftfahrt gehört zu jenen Branchen, die von der Coronakrise wirtschaftlich am stärksten betroffen sind. Nun wird ihnen auch die Finanzkonstruktion der Treibstoffabsicherung ("fuel hedging") zum Verhängnis, berichtete das Ö1-"Journal um acht" am Sonntag. So habe der Billigflieger Wizz Air im ersten Quartal einen Verlust von bis zu 80 Millionen Euro gemacht, auch die Lufthansa erwarte Verluste.

Die Treibstoffabsicherung ist ein Verfahren gegen schwankende Kerosinpreise. Dabei wird der Kaufpreis für Kerosin für einen gewissen Zeitraum bereits Monate im Vorfeld festgelegt. Verändert sich der Preis für Treibstoff, wird er zum Beispiel teurer, so zahlt die Fluglinie trotzdem die festgelegte Summe. Da der Ölpreis aber derzeit so niedrig ist, wird das den Fluglinien zum Verhängnis.

Auch AUA erwartet Verluste

Nach Angaben von Ö1 habe der ungarische Billigflieger Wizz Air allein wegen missglückten "Fuel Hedgings" im ersten Quartal 2020 einen Verlust von bis zu 80 Millionen Euro gemacht. Auch der deutsche Lufthansa-Konzern, zu dem die AUA (Austrian Airlines) gehört, erwarte "Hedging"-Verluste.

Zuletzt wurde bekannt, dass Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit dem Abbau von 10.000 Jobs in der Coronakrise rechne. Die Flotte werde um etwa 100 Flugzeuge schrumpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende am vergangenen Freitag. (apa)