Siemens zieht seine Gewinnprognose für 2019/20 zurück. Das Unternehmen bekommt die Folgen der Corona-Pandemie im laufenden dritten Quartal voraussichtlich noch stärker zu spüren.  "Wir erwarten, im dritten Quartal die Talsohle zu erreichen", betonte Vorstandschef Joe Kaeser am Freitag in München.

Der Umsatz werde im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende September) moderat unter dem Vorjahreswert liegen; bisher hatte der Münchner Industriekonzern einen moderaten Zuwachs erwartet. Das Gewinnziel von 6,30 bis 7,00 Euro je Aktie könne man "nicht mehr bestätigen".

Gewinn um zwei Drittel geringer

Von Jänner bis März habe der Industriekonzern noch "ein robustes Quartal abgeliefert", obwohl die ersten Auswirkungen der Pandemie schon zu spüren waren, wie Kaeser sagte. Der Umsatz ging auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zurück, der Auftragseingang um neun Prozent auf 15,2 Milliarden. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) aus dem Industriegeschäft gab um 18 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro nach.

Die vor der Abspaltung stehende Energie-Tochter Siemens Energy ist in den operativen Quartalszahlen nicht mehr enthalten. Sie schrieb einschließlich des spanischen Windkraft-Konzerns Siemens Gamesa im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 317 (2018/19: Gewinn von 205) Millionen Euro. Im Konzern stand unter dem Strich ein Gewinn von 697 Millionen Euro, der damit fast zwei Drittel niedriger ausfiel als ein Jahr zuvor. Am Plan, Siemens Energy bis Ende September eigenständig an die Börse zu bringen, halte man fest. (apa)