Bayer hat einem Agenturbericht zufolge eine Einigung über einen großen Teil der US-Klagen wegen des Unkrautvernichters Glyphosat erzielt. Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern habe eine mündliche Vereinbarung zur Beilegung von geschätzt 50.000 bis 85.000 Klagen getroffen, berichtete die Agentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Einige Anwälte seien noch nicht bereit, einzulenken. Die Zahlungen für die beigelegten Fälle dürften je zwischen einigen Tausend Dollar und einigen Millionen Dollar liegen. Die Vereinbarung sei noch nicht unterschrieben und auch der Aufsichtsrat von Bayer müsse noch zustimmen. Im Juni werde der Konzern die Einigung voraussichtlich bekanntgeben.

Die Nachrichten eines Vergleichs unterstützen den Dax-Kurs. Er legte zur Eröffnung am Montag ein Prozent auf 11.189 Punkte zu.

Die Titel von Bayer gewannen 4,4 Prozent. Ein Wermutstropfen sei laut einem Börsianer allerdings, dass mehr als 30 Prozent der Klagen noch offen seien.

In den USA sah sich der Konzern zuletzt mit rund 52.500 Klägern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Ein Unternehmenssprecher erklärte offiziell nur, Bayer habe in den Mediationsgesprächen Fortschritte erzielt. "Aber dieser Prozesses bleibt auch weiterhin vertraulich. Daher wird das Unternehmen nicht über Ergebnisse oder den Zeitpunkt eines Vergleichs spekulieren." Der Konzern werde eine Lösung dann in Betracht ziehen, wenn diese wirtschaftlich sinnvoll und so strukturiert sei, dass künftige Rechtsstreitigkeiten zu einem Abschluss gebracht werden, bekräftigte er.

Der US-Staranwalt Ken Feinberg versucht seit Monaten, eine außergerichtliche Einigung zwischen Bayer und den US-Klägern zu erreichen, die den Konzern nach Einschätzung von Analysten zwischen acht und zwölf Milliarden Dollar kosten könnte. Die Klagewelle hat sich der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit dem 63 Milliarden Dollar schweren Kauf des Glyphosat-Entwicklers Monsanto ins Haus geholt. Ende August rechnet Vorstandschef Werner Baumann mit einer Entscheidung im ersten Berufungsverfahren in den USA. (reuters)