Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon, der in Österreich etwa in Villach in Kärnten stark engagiert ist, hat sich am Kapitalmarkt zur Finanzierung einer Übernahme frisches Geld beschafft. Mit der Ausgabe neuer Aktien seien brutto 1,06 Milliarden Euro erlöst worden, teilte der Dax-Konzern am späten Dienstagabend mit.

Die neuen Aktien waren ausschließlich institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung in einem beschleunigten Verfahren zum Kauf angeboten worden. Der Preis für die neuen Anteilscheine liegt bei 19,30 Euro je Stück. Am Mittwochvormittag notierte Infineon knapp unter 20 Euro. Begleitet wurde die Emission von den Investmentbanken Credit Suisse, Bank of America, BNP Paribas, Goldman Sachs und JPMorgan.

Um die Milliarde zu erlösen, musste Infineon sein Kapital um etwa 4 Prozent erhöhen und rund 55 Millionen Aktien ausgeben. Den Erlös will der Computerchiphersteller zur teilweisen Finanzierung der Übernahme des US-Konzerns Cypress nutzen. Mit dem Geld soll ein Teil der Darlehen abgelöst werden, die zur Finanzierung der Akquisition aufgenommen wurden. Der neun Milliarden Euro teure Kauf ist der größte in der Unternehmensgeschichte. Die neuen Infineon-Aktien sollen ab dem 1. Oktober 2019 gewinnberechtigt sein.

Infineon-Aktien haben sich in der Corona-Krise gut gehalten. Nach einem Kurssturz bis auf 10,13 Euro Mitte März haben sie ihren Wert fast verdoppelt. (dpa/kle)