Der Euro hat am Freitag nach seinem Höhenflug am Vortag erneut zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1350 US-Dollar gehandelt. Sie notierte damit etwas höher als am Vortag.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1250 (Mittwoch: 1,1194) Dollar festgesetzt. In New York notierte der Euro am Donnerstag gegen 21 Uhr bei 1,1354 Dollar.

In Folge der EZB-Beschlüsse war der Euro am Donnerstag erstmals seit Mitte März über 1,13 Dollar gestiegen. Die EZB hat ihr Corona-Notkaufprogramm für Anleihen kräftig um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt. Die Ausweitung war noch stärker als von vielen Ökonomen erwartet worden war.

"Die Hoffnung auf Besserung dominiert"

Normalerweise belastet eine Lockerung der Geldpolitik tendenziell eine Währung. Nach Einschätzung von Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte bei der Commerzbank, kann sich in einer einzigartigen Krise die Wirkung auf den Wechselkurs umkehren: "Weil die Hoffnung auf Besserung - eben durch diese Politik - über die unmittelbaren Folgen dominiert." Zudem habe die Notenbank klar gemacht, dass sie die Zinsen nicht weiter senken wolle. Auch dies stützt laut Leuchtmann den Euro.

Im weiteren Handelsverlauf werden noch Daten zu den deutschen Auftragseingängen in der Industrie und zur spanischen Industrieproduktion erwartet. Beide Daten dürften laut Ökonomen im April wegen der Corona-Krise stark unter Druck geraten sein. Am Nachmittag steht dann der monatliche US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai im Blick der Märkte. Es wird erneut ein deutlicher Abbau der Beschäftigung erwartet. (apa/dpa)