Der scheidende Euro-Gruppenchef Mario Centeno steht offenbar vor einem fliegenden Wechsel auf den Posten des portugiesischen Notenbankchefs. Ministerpräsident Antonio Costa sagte am Montag, Centeno bringe alles mit, um diesen Posten auszufüllen.

Er bestätigte damit zwar dessen Nominierung noch nicht. Doch lassen die Äußerungen des neuen Finanzministers Joao Leao darauf schließen, dass es auf Centeno hinausläuft: "Offensichtlich ist es eine Hypothese, eine ausgezeichnete Hypothese."

Centeno war vorige Woche als Finanzminister Portugals zurückgetreten. Sein Amt als Eurogruppenchef endet am 13. Juli. Im nächsten Monat wird zugleich der Posten an der Spitze der portugiesischen Zentralbank frei, da Amtsinhaber Carlos Costa den Sessel räumt. Er amtiert seit 7. Juni 2010.

Die Opposition ist allerdings gegen einen raschen Wechsel vom Posten des Finanzministers auf den Stuhl des Notenbankchefs und fordert eine gesetzliche Karenzzeit von bis zu fünf Jahren. Regierungschef Costa äußerte Unverständnis für diese Initiative, die darauf gerichtet sei, Centeno "zur Strecke zu bringen". Centeno wird das Verdienst zugeschrieben, als Finanzminister die langjährige Sparpolitik beendet und dennoch den ersten Haushaltsüberschuss seit 45 Jahren erzielt zu haben. (reuters/kle)