Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ergänzt ihren derzeitigen Stresstest für Großbanken um eine Analyse, die die Widrigkeiten der Coronakrise einbeziehen soll. Die Zentralbank will dabei nach eigenen Angaben zum einen weiter die Prüfung anwenden, die bereits vor der Coronakrise zum Einsatz kam, um die Kapitalanforderungen der Großbanken zu bestimmen. Zum anderen werde es eine pandemie-spezifische Analyse geben, mit der ermittelt werden solle, ob Finanzinstitute Dividenden an Investoren auszahlen oder Aktienrückkäufe starten dürften, teilte Fed-Vizechef Randal Quarles am Freitag mit.

Dieser zusätzliche Teil der Untersuchung umfasse drei mögliche konjunkturelle Szenarien infolge der Coronakrise. Dazu zählten eine schnell V-förmige Erholung, eine langsamere U-förmige Erholung sowie eine turbulente W-förmige Erholung.

Die Fed will die Testergebnisse am 25. Juni veröffentlichen. Die Stresstests wurden 2009 eingeführt und sollen sicherstellen, dass sich eine schwere Finanzkrise wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers nicht wiederholt. Bei den Stresstests geht es für die Banken um viel Geld. Von ihnen hängen unter anderem die Höhe von Dividendenzahlungen, Aktienrückkaufprogramme, Zukäufe und andere Investments ab. (reuters/kle)