Der Konjunkturabsturz im Corona-Jahr 2020 wird heftig - darin sind sich Volkswirte einig. Auch die "Wirtschaftsweisen", die die Bundesregierung beraten, müssen ihre Prognose nach unten korrigieren. Heute Dienstag hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seine überarbeiteten Schätzungen für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht.

Die Coronapandemie wird voraussichtlich den stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik verursachen", sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Lars Feld, am Dienstag.


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Konjunkturprognose er Sachverständigen (PDF)
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"Wir erwarten, dass jedoch ab dem Sommer eine Erholung einsetzt." Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 6,5 Prozent einbrechen und 2021 um 4,9 Prozent steigen. "Damit dürfte das BIP frühestens im Jahr 2022 wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie liegen."

Die Ökonomen hatten bei ihrer Prognose im März für 2020 drei Szenarien durchgespielt - von einem Schrumpfen der Wirtschaft um 2,8 Prozent bis hin zu einem Minus von 5,4 Prozent. Da die Viruskrise sich aber dynamischer entwickelt habe und die Eindämmungsmaßnahmen umfassender seien sowie länger dauerten als erwartet, sei man nun pessimistischer.

Immer mehr Arbeitslose und schrumpfende Exporte

Die Arbeitslosenquote werde in den kommenden Monaten weiter steigen und erst im Jahresverlauf 2021 wohl langsam wieder zurückgehen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen dürfte im Jahresschnitt 2020 bei knapp 2,72 Millionen liegen, nach 2,27 Millionen im vorigen Jahr. Die Ausrüstungsinvestitionen brechen laut Sachverständigenrat in diesem Jahr um gut 19 Prozent ein, und die Verbraucher dürften um 5,5 Prozent weniger ausgeben.

Zudem bremse das schlechte außenwirtschaftliche Umfeld die deutschen Exporte deutlich: Die Ausfuhren dürften 2020 um 14,5 Prozent schrumpfen. "Die globale Ausbreitung des Coronavirus hat zu einer tiefen Rezession der Weltwirtschaft geführt", erklärten die fünf Ökonomen und Ökonominnen. Für die Wirtschaft im gesamten Euroraum rechnet der Sachverständigenrat heuer mit einem Einbruch von 8,5 Prozent und für 2021 mit 6,2 Prozent Wachstum. Dabei dürften sich die Stützungsmaßnahmen und beschlossenen wirtschaftspolitischen Konjunkturimpulse in Deutschland und bei wichtigen Handelspartnern positiv auswirken.

Die Wirtschaftsweisen betonten aber, dass der Ausblick für die weitere wirtschaftliche Entwicklung extrem unsicher bleibe. Viel hänge vom Verlauf der Viruspandemie ab. "Sollte es nicht gelingen, die Anzahl der Neuinfektionen etwa durch Smart Distancing gering zu halten, den Lockerungskurs fortzusetzen und die Unsicherheit der Unternehmen und Haushalte zu senken, ist mit einer deutlich länger anhaltenden Schwächephase zu rechnen." (apa, reuters)