Die Corona-Pandemie hat die US-Wirtschaft im ersten Quartal so stark schrumpfen lassen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Zwischen Jänner und März fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 5,0 Prozent, bestätigte das Handelsministerium am Donnerstag eine frühere Schätzung.

Das ist der stärkste Rückgang seit den Jahren der Finanzkrise 2007 bis 2009, weil privater Konsum, Investitionen und Exporte deutlich sanken. Für das zweite Quartal wird ein noch tieferer Einbruch erwartet, da der Kampf gegen die Pandemie zu umfangreichen Werks- und Geschäftsschließungen führte.

Die US-Wirtschaft steckt wegen der Pandemie in einer tiefen Rezession. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet heuer mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von 8 Prozent. Die US-Notenbank Fed hat mit Notfallprogrammen und Wertpapierkäufen gegengesteuert und geholfen, die Wirtschaft in der Krise über Wasser zu halten.

Massenarbeitslosigkeit herrscht

Indes ebbt die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA infolge der Corona-Krise nur langsam ab. Insgesamt stellten vorige Woche erneut rund 1,48 Millionen Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Corona-Pandemie hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends einsetzte und rund 2,5 Millionen Jobs geschaffen wurden.

US-Industrie im Mai von Auftragseinbruch erholt

Unterdessen gibt es aber auch erste Lichtblicke: Die US-Industrie zeigte sich im Mai deutlich erholt vom coronabedingten Auftragseinbruch der Vormonate. Die Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge oder Maschinen wuchsen um 15,8 Prozent zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte.

"Die Daten signalisieren, dass das Tief der Corona-Krise durchschritten sein könnte", sagte Helaba-Analyst Patrick Boldt. "Dennoch bleiben die Konjunktursorgen vorerst bestehen, da die Zahl der Coronaneuinfektionen in einigen Regionen der USA noch sehr hoch ist. (reuters/kle)