Nach dem grünen Licht der Lufthansa-Aktionäre für das staatliche Rettungspaket kann die Airline rasch auf die Milliarden-Hilfen zugreifen. "Das Geld aus dem Kfw-Kredit soll schnellstmöglich fließen", sagte ein Konzernsprecher am Freitag. An anderer Stelle hieß es, die technische Umsetzung dürfte noch ein paar Tage dauern. Es handle sich ja auch um ein großes Bankenkonsortium, sagte.

Der "Spiegel" hatte berichtet, dass die Regierung einen Teil der insgesamt neun Milliarden Euro unmittelbar zur Verfügung stelle. Demnach habe das deutsche Wirtschaftsministerium mit der KfW bereits arrangiert, dass die vereinbarten drei Milliarden Euro Kredit ab sofort fließen können. Die staatliche Förderbank kommentierte dies nicht, vom Ministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Aktionäre der Lufthansa hatten am Donnerstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung grünes Licht für das staatliche Rettungspaket gegeben. Es besteht aus bis zu drei Milliarden Euro Kredit der staatlichen Förderbank KfW, 5,7 Milliarden Euro an Stillen Einlagen des Bundes sowie einem rund 300 Millionen Euro schweren, 20-prozentigen Aktienpaket.

Das hat auch bei der Lufthansa-Tochter AUA zu einem Aufatmen geführt, denn die Zustimmung der Lufthansa-Eigentümer zum Rettungspaket war eine Voraussetzung, dass die staatliche Hilfe in Österreich für die AUA fließen kann. Politisch ist nun nur mehr das Grüne Licht aus Brüssel für das AUA-Hilfspaket ausständig, sagte ein AUA-Sprecher am Freitag auf APA-Anfrage. Dieses sollte "bald" erfolgen, bei der Lufthansa sei es auch rasch gegangen. Außerdem seien manche der politischen Vereinbarungen noch in konkreten Text zu gießen, hier werden aber keine Stolpersteine erwartet.

Die AUA sollen 600 Millionen Euro bekommen, wurde am 8. Juni verkündet. Je 150 Millionen Euro schießen die Republik Österreich und die Eigentümerin Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Millionen Euro schweren staatlich garantierten Bankkredit. Ein Mindestflugpreis kommt. Auch ein Sparpaket wurde mit der Belegschaft vereinbart.

Die AUA-Mutter Lufthansa verhandelt derzeit noch weiter mit den Gewerkschaften, um die Kosten zu senken. Mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Lufthansa sich bereits auf ein Sparpaket verständigt. Dieses umfasst einen vierjährigen Kündigungsschutz sowie ein Einsparvolumen von über einer halben Milliarde Euro bis Ende 2023. Die Gespräche mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und mit Verdi laufen weiter. In Verhandlungskreisen galt es als unklar, ob es noch im Laufe des Tages zu einer Einigung komme. Möglicherweise werde am Wochenende weiterverhandelt. Die Piloten hatten Einsparungen in Gesamthöhe von 850 Millionen Euro bis Juni 2022 angeboten. (apa/reuters)