Die Wirtschaft hat nach den Worten von EZB-Chefin Christine Lagarde die Talsohle in der Coronakrise durchschritten. "Wir haben vermutlich den Tiefpunkt überwunden", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag bei einer Online-Konferenz.

Allerdings sei die anstehende Erholung von Unsicherheiten wie einer möglichen zweiten Coronawelle geprägt und werde weltweit nicht gleichzeitig erfolgen. "Es wird ein Kontinent nach dem anderen sein."

Lagarde rechnet überdies mit einem tiefgreifenden Wandel der Wirtschaftsstruktur. Die von der Coronapandemie am stärksten betroffenen Sektoren wie die Luftfahrt, Gastgewerbe und die Unterhaltungsbranche würden "in einer anderen Form" aus der Krise hervorgehen. "Wir werden nicht zum Status quo zurückkehren", sagte sie.

Laut einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Mittwoch schrumpft die Weltwirtschaft im Jahr 2020 zunächst um 4,9 Prozent, bevor sie im kommenden Jahr um 5,4 Prozent wächst. Der Absturz der Wirtschaft ist demnach mit 10,2 Prozent in der Eurozone am gravierendsten. China hingegen könnte für heuer noch ein Wachstum von einem Prozent verzeichnen. (apa/afp)