Nach dem Einbruch in der Corona-Krise setzt die deutsche Autobranche einer Umfrage zufolge in den kommenden Monaten auf eine langsame Belebung. "Die Geschäftserwartungen sind erstmals nach sieben Monaten deutlich ins Positive gedreht", erklärte das Ifo-Institut am Donnerstag unter Berufung auf seine aktuelle Konjunkturumfrage.

"Die aktuelle Geschäftslage beurteilt die Branche jedoch immer noch sehr pessimistisch." Hier sei der Index weiter tief im negativen Bereich. Für die Beschäftigten habe sich die Lage weiter verschlechtert, der Indikator zur Personalplanung sei erneut gesunken. Die Nachfrage hingegen habe kräftig angezogen und das entsprechende Teilbarometer auf plus 52,2 Zähler von minus 80,6 Punkten im Mai zugelegt. "Das ist die größte gemessene Verbesserung zum Vormonat seit 1991."

Auch der Auftragsbestand werde seit 13 Monaten erstmals positiv beurteilt, und die Produktionserwartungen stiegen das zweite Mal in Folge. Mehr Unternehmen wollen laut Ifo ihre derzeit geringe Produktion wieder ausbauen.

"Das Auslandsgeschäft scheint sich nur vorsichtig zu erholen - so stieg der Indikator der Exporterwartungen im Juni seit 17 Monaten zum ersten Mal ins Plus." Der Autobauer VW hat nach gut drei Monaten die coronabedingte Kurzarbeit in Deutschland inzwischen beendet. VW hatte wegen des Arbeitsausfalls durch die Viruspandemie Mitte März die Produktion gestoppt und kurz darauf für rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit angekündigt. (reuters/kle)