Der kolumbianisch-brasilianische Multimillionär German Efromovich, Mehrheitsaktionär von Kolumbiens Fluggesellschaft Avianca Colombia, ist an der Übernahme der maroden Alitalia interessiert, die in den nächsten Wochen verstaatlicht werden soll. 500 Millionen Euro würden laut dem Unternehmer zur Rettung der Airline genügen.

"Statt weiter Geld in die Alitalia zu pumpen, sollte die Regierung sie verkaufen und dem Käufer zwei Bedingungen aufzwingen: den Erhalt des Namens und einen Hub in einem italienischen Flughafen. Ich habe Avianca Colombia 2004 erworben und sie in sechs Monaten saniert", so der Geschäftsmann im Interview mit der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Freitag.

Efromovich, der sich derzeit in Rom aufhält, betonte, dass die drei Milliarden Euro, die die italienische Regierung in die Alitalia stecken will, ein zu hoher Betrag sei. Er sei bereit, mit seiner Gesellschaft Synergy und einer Gruppe aus circa vier Investoren aus Nord- und Südamerika und aus dem Nahost die Airline zu übernehmen. Synergy besitzt derzeit eine 52-prozentige Mehrheit, an der bis Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in New York notierten Avianca Colombia Holding.

Rom will Alitalia verstaatlichten

"Es wäre sinnvoll, bis zu einer Milliarde Euro in die Alitalia zu stecken. Wenn eine neue Gesellschaft ohne Schulden entsteht, können 500 Millionen Euro dienlich sein", sagte der Unternehmer. Er verwies auf seine Resultate mit Avianca. Efromovich musste auf Druck von United Airlines seinen CEO-Posten bei Avianca im Frühjahr 2019 aber räumen.

Die italienische Regierung hat sich die Rettung von Alitalia mit noch rund 11.600 Beschäftigten auf die Fahnen geschrieben. Die Airline soll verstaatlicht werden. 232 Millionen Euro befinden sich noch in den Kassen der Alitalia, die wie alle anderen Fluggesellschaften auf dramatische Weise die Corona-Krise zu spüren bekommen hat. (apa/kle)