Der Chef der ukrainischen Zentralbank (NBU), Jakow Smoliy, hat aus Protest gegen "systematischen politischen Druck" seinen Rücktritt eingereicht. Dieser Druck hindere ihn daran, seinen Pflichten nachzukommen, so Smoliy. Das Parlament in Kiew nahm seinen Rücktritt an.

Der 59-jährige leitete die eigentlich unabhängige Institution seit März 2018. Sein Nachfolger wird auf Vorschlag von Präsident Wolodymyr Selenskyj durch das Parlament gewählt.

Der Rücktritt könnte nach Einschätzung von Analysten die Eigenständigkeit der Bank und damit die Zusammenarbeit mit internationalen Geldgebern wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gefährden. Der IWF hatte dem chronisch klammen Land erst Anfang Juni einen neuen Kredit über 2,1 Milliarden US-Dollar (1,875 Milliarden Euro) gewährt.

Die Europäische Union erklärte, der Rücktritt von Smoliy sei ein besorgniserregendes Signal. Die EU befürworte eine unabhängige Rolle der NBU. Der offizielle EU-Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik, Peter Stano, sagte:  "Die Untergrabung dieser wichtigen Institution bedroht die Autorität und die Unterstützung des Reformprogramms in der Ukraine".(reuters)