Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calviño hat nach ihrer überraschenden Niederlage bei der Wahl des Eurogruppenchefs Wortbruch beklagt. Mindestens 10 der 19 stimmberechtigten Länder der Währungszone hätten ihr zuvor ihre Stimme zugesagt, sagte die 51-Jährige am Freitag im Radiosender Onda Cero. "Aber am Ende hat einer der Minister nicht das getan, was er versprochen hatte."

Wer genau seine Zusage ihrer Vermutung zufolge nicht eingehalten haben soll, verriet Calvino nicht. Die dritte Vizepräsidentin der linken Regierungskoalition des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez meinte: "Das sind Sachen, die schon mal passieren."

Zum Nachfolger des Portugiesen Mario Centeno, der nach zweieinhalb Jahren sein Amt abgibt, war am Donnerstagabend in einer Videokonferenz der Ire Paschal Donohoe gewählt worden. Der 45-Jährige gehört der bürgerlichen Partei Fine Gael an und ist seit Juni 2017 Finanzminister seines Landes. Er hatte die Unterstützung der christdemokratischen Parteienfamilie Europäische Volkspartei (EVP).

Calviño sagte, zu ihrer Niederlage habe nicht nur der von ihr beklagte Wortbruch, sondern neben anderen Faktoren auch die Tatsache beigetragen, dass die Konservativen in der Mehrheit seien. "Und gar nicht davon zu reden, dass ich die einzige Frau am Tisch war." (dpa/kle)