Wende nach Corona: Trotz der globalen Krise hat sich Chinas Außenhandel überraschend gut erholt. Die Ausfuhren der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent zu wie am Dienstag vorgelegte Daten der Zollbehörden zeigen. Hintergrund sind die Öffnungen der Wirtschaft in vielen Industriestaaten nach den Beschränkungen im Zuge der Coronakrise. Experten hatten mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. Im Mai waren die Ausfuhren noch um 3,3 Prozent zurückgegangen.

Nach einem scharfen Einbruch um 6,8 Prozent im ersten Quartal hat sich Chinas Wirtschaft inzwischen wieder berappelt. Doch die Erholung ist angesichts der immer noch weltweit steigenden Corona-Zahlen und der weiterhin bestehenden Einschränkungen in vielen Ländern zerbrechlich. Hinzu kommt die Verschlechterung der Beziehungen zu den USA und eine sinkende globale Nachfrage, was Experten zufolge wahrscheinlich langfristig den Außenhandel belasten wird.

Die Importe stiegen im Juni das erste Mal in diesem Jahr an. Das Plus betrug 2,7 Prozent. Analysten hatten hingegen im Schnitt mit einem Einbruch um zehn Prozent gerechnet. Noch im Mai waren die Einfuhren um 16,7 Prozent gesunken.

Die Regierung in Peking hatte auf die Coronakrise mit einem umfangreichen Konjunkturprogramm reagiert, um die heimische Nachfrage zu stützen. Insbesondere die Rohstoffimporte zogen im Juni kräftig an. Dabei stachen vor allem die Eisenerzimporte heraus, die den stärksten Anstieg seit 33 Monaten verzeichneten. Auch die Rohöl-Einfuhren legten deutlich zu. Die Importe aus den USA kletterten um 11,3 Prozent, nachdem sie zuvor im Zuge der Corona-Krise prozentual zweistellig zurückgegangen waren. (reuters)