Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft hat seine Belegschaft rund um den Globus reduziert. Es sei normal, dass ein Konzern zum Start eines neuen Geschäftsjahres Neubewertungen vornehme, sagte ein Firmensprecher. Microsoft machte keine Angaben dazu, wo und wie viele Stellen abgebaut wurden.

"Business Insider" zufolge wurden diese Woche 1000 Jobs gestrichen - unter anderem beim Online-Nachrichtenportal MSN.com. Microsoft beschäftigt weit mehr als 100.000 Angestellte.

Gewinne dank "Teams"-Software für das Home-Office

Im ersten Quartal dieses Jahres hatte der Windows-Anbieter vor allem dank der hohen Nachfrage nach seiner Teams-Software die Erwartungen von Analysten übertroffen. Wegen der Schließung von Geschäften in der Coronakrise verbuchte Microsoft im laufenden Geschäftsquartal eine Abschreibung vor Steuern in Höhe von 450 Millionen Dollar (394,25 Millionen Euro).

Der Software-Riese Microsoft legt während der ersten Welle der Pandemie dank der Cloud-Angebote auch in der Coronakrise zu. Office-Büroprogramme, die Kooperations-Software Teams und die von vielen Apps genutzte Cloud-Plattform Azure waren gefragt, während Menschen in vielen Ländern zuhause statt im Büro arbeiten.

Auch beim Betriebssystem Windows und Microsofts "Surface"-Tablets lief es den Angaben zufolge besser als erwartet, weil verstärkt mobile Geräte gekauft worden seien.

Microsoft Teams kam im April auf 75 Millionen Nutzer täglich - doppelt so viele wie noch Anfang März.

Bei Microsofts Cloud-Flaggschiff - der Azure-Plattform für Unternehmen - stiegen die Erlöse um 59 Prozent. Das Cloud-Geschäft insgesamt legte um 27 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro) zu. Der Umsatz der Sparte mit Windows, der Xbox-Spielekonsole und den "Surface"-Geräten wuchs um drei Prozent auf 11 Milliarden Dollar. Für diesen Bereich hatte der Konzern wegen der Coronapandemie im Februar vorsorglich eine Umsatzwarnung abgegeben. Die Lieferketten in China erholten sich jedoch etwas schneller als gedacht.

Details zu dem laufenden Quartal und dem Stellenabbau gibt der Konzern am 22. Juli bekannt.(apa,reuters)