Geschlossene Sportgeschäfte und Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise haben den deutschen Sportartikelhersteller Puma  in die Verlustzone gedrückt. Im zweiten Quartal stand ein Nettoverlust von 95,6 Millionen Euro zu Buche, weil der Umsatz um 31 Prozent auf 831 Millionen Euro einbrach, wie der drittgrößte Sportartikelkonzern der Welt am Mittwoch mitteilte.

Ein Jahr zuvor hatte Puma noch 49,7 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Dabei habe sich das Quartal etwas besser entwickelt als gedacht. Auf eine Prognose lässt sich das Unternehmen nicht ein, weil die Infektionszahlen weltweit steigen: "Während Pumas derzeitige Geschäftsentwicklung sogar auf eine vollständige Erholung vor Jahresende hindeuten könnte, ist das Risiko einer zweiten Welle mit einem weiteren Lockdown nach wir vor sehr hoch."

In diesem Jahr gehe es nur darum, "zu überleben, sich zu erholen und dann wieder gestärkt und mit Wachstum aus der Krise hervorzugehen", erklärte Puma. Die Monate von April bis Juni seien "das schwierigste Quartal gewesen, das ich je erlebt habe", sagte Vorstandschef Björn Gulden. "Ein Virus, das 85 Prozent des gesamten weltweiten Sport- und Modegeschäfts lahmlegt, war eine Erfahrung, die ich niemals erwartet hätte." Puma hatte sich angesichts der Umsatzeinbrüche einen 900-Millionen-Euro-Kredit besorgt, zu dem die deutsche Staatsbank KfW allein 625 Millionen beisteuerte.

Im April war der Umsatz von Puma um 55 Prozent eingebrochen, im Mai lag er 38 Prozent unter Vorjahr. Die Erholung in China und die weltweiten Lockerungen begrenzten das Minus im Juni auf sechs Prozent. China legte währungsbereinigt im zweiten Quartal sogar um 16 Prozent zu. Ende Juni seien weltweit 85 Prozent der eigenen Geschäfte wieder geöffnet gewesen. Parallel dazu fuhr Puma den Verkauf über das Internet hoch: Die Online-Umsätze schossen im ersten Halbjahr um 70 Prozent nach oben. (apa/reuters)