Madrid. Spanien ist durch die Corona-Krise in die tiefste Rezession seiner Geschichte gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Frühjahr um 18,5 Prozent zum Vorquartal, so das nationale Statistikamt am Freitag. Das Minus ist damit sogar noch größer als die Expertenerwartung von 16,6 Prozent, nachdem die Wirtschaft zwischen Barcelona und Sevilla im ersten Quartal um 5,2 Prozent geschrumpft war.

Zum Vorjahr ergab sich im Frühjahr sogar ein Minus von 22,1 Prozent. Der Konjunkturmotor war vor Ausbruch der Pandemie über Jahre rund gelaufen. Doch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Virusausbreitung ließen die Wirtschaft abstürzen. Insbesondere der für Spanien sehr wichtige Tourismus-Sektor leidet bis heute unter den Folgen der Pandemie.

Arbeitslosigkeit massiv gestiegen

Im Zuge der Viruskrise ist auch die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in Spanien massiv gestiegen. Zwischen April und Juni gingen eine Million Jobs verloren - so viele wie nie zuvor in einem Quartal. Die Quote erhöhte sich auf 15,33 nach 14,41 Prozent zu Beginn des Jahres. Die EU-Kommission sagt dem südeuropäischen Land für heuer einen BIP-Einbruch um 10,9 Prozent voraus. Aus dem jüngst in Brüssel geschnürten Coronahilfspaket winken Spanien laut Regierungschef Pedro Sanchez 140 Milliarden Euro - etwas mehr als die Hälfte davon sind Zuschüsse. (apa, reuters)