Wegen des Dieselskandals sollen sich drei weitere ehemalige Audi-Manager vor Gericht verantworten müssen. Die Münchner Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die drei Vorstände und einen weiteren Ex-Mitarbeiter, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern. Dem "Handelsblatt" zufolge werden den Managern Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vorgeworfen. Schon 2008 habe Audi entschieden, Motoren für den US-Markt mit unzulässigen Abschalteinrichtungen auszustatten. Durch diese Manipulationen wurden die Grenzwerte zwar auf dem Prüfstand eingehalten, nicht aber auf der Straße.

Gegen zwei dieser Manager war bereits Anfang 2019 vor einem Gericht in Detroit in den USA Anklage erhoben worden.

Prozessauftakt mit Ex-Audi-Chef im September

In München stehen wegen des Dieselskandals von Ende September an bereits der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler, der frühere Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz sowie zwei weitere Ingenieure wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung vor Gericht. Stadler soll demnach spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen von Diesel-Abgaswerten gewusst und trotzdem den Verkauf entsprechender Autos nicht gestoppt haben. Stadler und Hatz wiesen die Vorwürfe bisher zurück. 

Der Volkswagen-Dieselskandal, in dem Audi eine wesentliche Rolle spielte, war im September 2015 in den USA aufgeflogen. Damals gab Volkswagen auf Druck der dortigen Umweltbehörden zu, Dieselabgase durch eine Software manipuliert zu haben. Diese erkannte, ob sich ein Fahrzeug auf einem Prüfstand befand und hielt auch nur dann die Stickoxid-Werte ein. Auf der Straße waren die Abgaswerte um ein Vielfaches höher. (reuters)